Das Vorgehen ist ungewöhnlich: Harry Lütolf stellt seinen Antrag direkt an die FGPK (Finanz- und Geschäftsprüfungskommission) des Wohler Einwohnerrates. Der CVP-Einwohnerrat will erreichen, dass im Bauzonenplan der Gemeinde für alle Flächen der Kernzone (K), der Wohn- und Gewerbezone (WG4) sowie der Wohn- und Gewerbezone (WG3) generell eine Gestaltungsplanpflicht gelten soll.

Sein Antrag bezwecke die Qualitätssicherung auf Schlüsselarealen der Gemeinde Wohlen, hält Lütolf in seinem Antrag fest. Schlüsselareale sind seiner Meinung nach die eingangs erwähnten Zonen: «Diese Areale prägen das Dorfbild entscheidend. Die Qualitätssicherung kann mit einer Ausweitung der gestaltungsplanpflichtigen Gebiete auf die besagten Zonen zuverlässig sichergestellt werden. Ein Gestaltungsplan ist ein wichtiges Instrument für die zuständige Baubehörde, um die von der Gemeinde gewünschte Qualität eines Bauvorhabens einzufordern», schreibt Lütolf. Als Beispiel führt er die Stadt Zofingen an, die 2018 eine Teiländerung ihrer Nutzungsplanung in die Wege geleitet habe, mit der Absicht einer Qualitätssicherung.

Dort habe man erkannt, dass qualitativ hochstehende Bauten nicht nur zu einem überzeugenden Ortsbild, sondern auch zu einer höheren Pro-Kopf-Steuerkraft beitragen würden, schreibt Lütolf und meint weiter: «Was geschehen kann, wenn man die Qualität bei Bauvorhaben vonseiten der Baubehörde nicht aktiv einfordert beziehungsweise nicht einfordern kann, zeigt das Beispiel Aarburg. Ein Grund für die rekordhohe Sozialhilfequote von 6,1 % liegt dort bestimmt auch in der teilweise minderwertigen Bausubstanz.»

Unübliches Vorgehen

Harry Lütolf ist klar, dass er mit seinem Antrag an die FGPK einen in Wohlen bisher unüblichen Weg gewählt hat: «Ein solcher Antrag ist in unserer Geschäftsordnung nicht explizit vorgesehen, die Zulässigkeit versteht sich aber vor selbst, denn im Kantonsparlament ist das ausdrücklich vorgesehen.» Er sei der FGPK dankbar, wenn sie vor der nächsten Einwohnerratssitzung vom 18. März auch darüber diskutiere und allenfalls Beschluss fasse, damit er das Thema nicht im Plenum neu und für alle überraschend einbringen müsse. Der Bauzonenplan sei zwar nicht direkt Gegenstand des Geschäfts, weil aber ohnehin eine Revision der Nutzungsplanung vorgenommen werden soll, könnte dieses Anliegen elegant mit aufgenommen werden.