Auch wenn die Vermietung harziger läuft als auch schon, will die Landi Freiamt weitere Wohnungen realisieren. Im besten Fall erfolgt im Herbst die Baueingabe für eine Überbauung mitten in Boswil.

«Unser Grundauftrag», unterstreicht der Präsident der Landi Freiamt, Andreas Schüpbach, «ist die Versorgung der Bauern mit Hilfsmitteln für ihre Arbeit und die Vermarktung ihrer Produkte.» Aber die Landi ist schon lange in verschiedenen Bereichen tätig und baut eben auch Wohnungen auf ihren Grundstücken. «Sie sind nur Mittel zum Zweck», betont Schüpbach.

In Jonen hat die Landi im letzten Jahr nicht nur einen neuen Volg eröffnet, sondern auch in einer Überbauung 14 Wohnungen realisiert. Neun davon sind inzwischen vermietet. «Es braucht heute etwas mehr Geduld als auch schon bei der Vermietung», räumt Daniel Strebel, Mitglied der Geschäftsleitung, angesichts der enormen Bautätigkeit im Wohnungssektor ein.

Wenn die Landi Wohnungen baut, tut sie das, um ihre bestehenden Grundstücke zu nutzen. So auch in Boswil, wo am Kirchenhügel hinter dem Volg zehn «relativ einfache Wohnungen zu einem attraktiven Preis für jüngere Mieterinnen und Mieter» gebaut werden sollen.

Ein sich abzeichnendes Überangebot an Wohnungen ficht die Landi-Leitung nicht an: «Man muss heute das Zielpublikum genau anvisieren, den Mietern mehr bieten und die guten Mieter pflegen», zeigt sich Strebel zuversichtlich. Einen Baustart 2019 in Boswil sieht er als möglich. Abgesehen davon, seien Liegenschaften nach wie vor eine der besten und sichersten Anlagemöglichkeiten.

Komplexe Situation

Damit dürfte diese Überbauung noch vor dem Neubauprojekt in Merenschwand mit Laden und Tankstelle mitten im Dorf verwirklicht werden. «In Merenschwand reden Kanton, Gemeinde, Ortsbild- und Denkmalschutz mit», erklärt Strebel die komplexe Situation.

Hinzu kommen die Nähe der Liegenschaft zur Schulanlage und die kantonale Radroute, die das Grundstück quert. Alle Interessen unter einen Hut zu bringen, sei anspruchsvoll. «Aber wir sind guten Mutes». Geplant sind weiter der Umbau des Landi-Ladens in Widen auf das neue Verkaufskonzept sowie Heizungssanierungen bei bestehenden Liegenschaften.

Klar ist für die Landi, dass nach Möglichkeit regionale Unternehmer und Anbieter berücksichtigt werden, wie Daniel Appert, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung, unterstreicht. Gewicht soll auch auf alternative Energie gelegt werden. Drei Photovoltaik-Anlagen betreibt die Landi Freiamt bereits, die Tankstelle Merenschwand wird nicht nur ein paar Benzinsäulen haben, sondern womöglich auch ein Schnellladesystem für Elektroautos, wie Appert in Aussicht stellt.

Die Realisierung solcher Ladestationen sei letztlich eine Frage der Nachfrage. Die Landi verkauft auch E-Roller und Tesla-Speicher. Appert verspricht sich hier für die Zukunft mehr. «Letztes Jahr lief es diesbezüglich etwas harzig, jetzt klärt sich die Situation langsam». Auch hätte man in Jonen gerne eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach gebaut. Da standen allerdings Ortsbild- und Denkmalschutz im Weg.

2,8 Mio. Franken Gewinn

Die Landi Freiamt geht jedenfalls mit einer soliden finanziellen Basis in die Zukunft, wie Daniel Urech, Mitglied der Geschäftsleitung, ausführte. Die Bilanzsumme konnte 2017 um gut zwei auf 40,8 Millionen Franken gesteigert werden.

Der Anteil Eigenkapital stieg von 63,7 Prozent im Vorjahr auf 66,7 Prozent und beträgt nun 27,2 Mio. Franken oder sogar 9 Mio. Franken mehr als 2013. Der Bruttogewinn belief sich auf 14,4 Mio Franken, der handelsgerechte Gewinn auf 2,8 Mio. Franken wie im Vorjahr. Grösster Aufwandsposten mit 8,5 Mio. Franken sind die Löhne.

«Das Rating der Landi-Treuhand für uns ist ein AAA, wir gehören zu den Besten in der Fenaco-Gruppe», freut sich Urech.