Waltenschwil
Neuer Schulweg kann gebaut werden

Nach langer Diskussion bewilligten die Einwohner die 320'000 Franken mit 80 Ja gegen 23 Nein.

Andrea Weibel
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80 der 121 anwesenden Waltenschwilerinnen und Waltenschwiler stimmten für den Ausbau des Radwegs vom Dorfteil Büelisacker. Andrea Weibel

80 der 121 anwesenden Waltenschwilerinnen und Waltenschwiler stimmten für den Ausbau des Radwegs vom Dorfteil Büelisacker. Andrea Weibel

Andrea Weibel

Ideen waren viele da: Man könnte den Schulweg der Büelisacker-Kinder, die meist mit dem Velo zur Schule fahren und heute oft gefährlichen Situationen mit Lastwagen bei der Kreuzung «Heim» ausgesetzt sind, bis hinunter an die Bünz lenken, dort eine Unterführung machen und sie dann wieder hinauf Richtung Schule zurückschicken, damit sie die gefährliche Chreesstrasse K367 nicht überqueren müssen. Ein anderer Vorschlag war, dass die Kinder nicht mehr mit dem Velo anreisen sollen, sondern man beispielsweise ein Taxiunternehmen anstellen sollte, um sie abzuholen und zu bringen. Oder man solle den ersten Teil des gemeinderätlichen Projekts, die Überquerung der Chreesstrasse, wie geplant durchführen, danach aber sämtliche Quartierwege ausbauen, damit die Velofahrer selber entscheiden könnten, welchen Weg sie nehmen wollen, statt nur den Breiteweg als Veloweg auszubauen.

Am Ende war es dann aber doch das Projekt des Gemeinderats, das das Rennen machte. Gemeinderat Christoph Meyer argumentierte souverän und schaffte es, 80 der anwesenden 121 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für das Projekt zu gewinnen. 23 stimmten dagegen. Und zwei Anwesende drohten gar, das Projekt bei der Umsetzung zu behindern, da sie als Land- beziehungsweise Stockwerkeigentümer ihre Einwilligung zur Landabtretung nicht geben würden. Der Gemeinderat nahm das stoisch zur Kenntnis.

320 000 Franken kostet das Projekt, das den Schulweg für die Büelisacker-Kinder sicherer machen soll. «Der Betrag wirkt auch für den Gemeinderat sehr hoch, aber allfällige Beiträge des Kantons sind noch nicht eingerechnet, und wir werden versuchen, den Kreditrahmen nicht auszuschöpfen», so Meyer. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Radweg zum Beginn des Schuljahres 2019/2020 fertig sein.

Asylbaracke wird saniert

Ebenfalls für einige Diskussion sorgte der Antrag, die bestehende Asylbaracke für 70 000 Franken zu sanieren. «Grusig» war das Wort, das Gemeinderat Hansruedi Müller mehrfach dafür benutzte. «Selbst in geputztem Zustand ist die Baracke eine Katastrophe. Es ist übel, was haben wir den Leuten da bloss zugemutet?», machte er die Dringlichkeit einer Sanierung deutlich. Natürlich stellt sich auch die Frage, ob eine Sanierung überhaupt noch sinnvoll wäre oder ob man gleich eine neue Baracke erstellen sollte. «Doch dann könnte man eine 1 vor die Kosten hinstellen», hielt Müller fest. Ausserdem verdeutlichte er, dass die Sanierung auch mit Kosten von 70 000 Franken «kein Luxusprojekt» sei, sondern nur die allernötigsten Verbesserungen vorgenommen werden können. Mit lediglich fünf Gegenstimmen wurde der Antrag am Ende angenommen.

Eine zusätzliche 60%-Stelle für die Gemeindeverwaltung wurde mit nur zwei Gegenstimmen genehmigt. Das Kinderbetreuungsreglement erhielt lediglich sechs Gegenstimmen. Und ein zusätzliches Angebot für gebührenpflichtige Abfallsäcke, das die verursachergerechte Abrechnung gewährleisten soll, wurde nach emotionaler Diskussion ebenfalls mit nur fünf Gegenstimmen gutgeheissen.

Geländer vor Hydranten

Zum Schluss wollte Ammann Michel Christen lediglich darüber informieren, dass zwei Hydranten, die sich vermeintlich mitten auf dem Gehweg befinden, auf Privatland stehen und der Gemeinderat keine Befugnis habe, diese zu versetzen. Was als reine Information gedacht war, führte zu zwei Anträgen, von denen einer sogar eine Mehrheit fand. Mit 45 Ja- gegen 32 Nein-Stimmen beschlossen die Waltenschwiler, dass vor beiden ein Geländer angebracht werden soll, das Fussgänger und Velofahrer vor Unfällen mit übersehenen Hydranten bewahren soll. Um 22.35 war die Sitzung vorüber.

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