Wohlen
Neuer Repol-Vertrag: Acht Freiämter Gemeinden teilen Polizeikosten gerechter auf

Im neuen Regionalpolizei-Vertrag setzt man auf Transparenz und Fairness. Seit Ende 2012 überarbeitete eine Kommission den bestehenden Vertrag – auf eine Motion des Einwohnerrates Wohlen hin. Der hatte Sparpotenzial entdeckt.

Lisa Stutz
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Während der Vertragsverhandlungen gab es intensive Diskussionen zwischen den Kommissionsmitgliedern.

Während der Vertragsverhandlungen gab es intensive Diskussionen zwischen den Kommissionsmitgliedern.

Lisa Stutz

«Je grösser die Gemeinde, desto krimineller ihre Einwohner» – auf dieser fälschlichen Annahme basierte das letzte Finanzierungsmodell im Vertrag der Regionalpolizei Wohlen mit den Vertragsgemeinden Dottikon, Büttikon, Dintikon, Üezwil, Hägglingen, Villmergen, Waltenschwil und Wohlen.

Das heisst: Bisher wurden die anfallenden Kosten so aufgeteilt, dass die Gemeinden pro 500 Einwohner 4 Prozent mehr bezahlen mussten. «Man ging davon aus, dass der Bedarf an polizeilichen Leistungen überproportional zur Bevölkerungszahl ansteigt», so der Wohler Gemeinderat Arsène Perroud an der gestrigen Presseinformation, bei der die Repol-Kommission das neue – und fairere – Finanzierungsmodell vorstellte.

Nun zahlt jeder, was er bezieht

Seit Ende 2012 überarbeitete die Kommission den bestehenden Vertrag – auf eine Motion des Einwohnerrates Wohlen hin, der darin Sparpotenzial entdeckt hatte. «Als Leitgemeinde kam Wohlen zusätzlich schlecht weg, weil es auch die Kosten für die Büroräumlichkeiten übernahm», so Perroud.

Im neuen Vertrag wird erstmals mit den Brutto-Kosten gerechnet, das heisst, dass darin auch die Verwaltungsentschädigung, die Mietkosten der Liegenschaften etc. berücksichtigt werden.

Dank einer ebenfalls neuen, detaillierten Leistungserfassung bezahlt jede Gemeinde neu genau das, was sie an polizeilichen Dienstleistungen bezogen hat. «Dabei kommt es nicht auf die Anzahl Einsätze der Regionalpolizei darauf an, sondern auf den Aufwand des einzelnen Einsatzes», erklärte Repol-Chef Marco Veil.

Zusätzlich leistet jede Gemeinde einen Sockelbeitrag, welcher pro Einwohner des Einzugsgebiets errechnet wurde. «Wohlen fährt mit dem neuen Vertrag auf jeden Fall günstiger als vorher», sagte Perroud. Genaue Zahlen kann er jedoch nicht nennen, da diese durch das neue Finanzierungsmodell jedes Jahr anders ausfallen. Der neue Vertrag soll ab dem 1. Januar 2015 in Kraft treten.

Mehr Klarheit und Transparenz

Alle Vertragsgemeinden sind mit der neuen Lösung zufrieden, wie Barbara Bucher (Gemeinderätin Villmergen) und Patrick Keller (Gemeinderat Dottikon) bestätigten – trotz der entstehenden Mehrkosten für einige der Gemeinden. «Niemand hat sich überlegt, die Zusammenarbeit nicht mehr einzugehen – das ist doch ein gutes Zeichen», sagte Bucher.

Arsène Perroud ist sich sicher: «Der neue Vertrag ist die Basis für eine weitere gute Zusammenarbeit, wie wir sie auch bisher hatten.» Nun habe man einfach Klarheit und Transparenz geschaffen, sodass es für alle Beteiligten fair sei.