Wohlen

Neuer Kiosk: Fit und schlauer dank Znüni-Power

Akoja Ludl zeigt, wie’s geht: Einen «Haldi» für einen Apfel.

Akoja Ludl zeigt, wie’s geht: Einen «Haldi» für einen Apfel.

Das Lehrerkollegium der Wohler Primarschule Halde ist wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zur «gesunden Schule». Ab kommenden Montag bieten Schüler im neuen Pausenkiosk gesunde Znüni an.

Die grösste Primarschule in Wohlen ist um ein Gebäude auf dem Schulareal reicher, den Pausenkiosk. Dahinter steckt ein überzeugendes Konzept: Eine Lehrperson ist zuständig für die Bestellung von saisongerechtem Obst und Gemüse direkt vom Bauern und von Vollkornbrötchen vom Bäcker.

Übers Schuljahr verteilt beteiligt sich jede Klasse während mindestens einer Woche am Betrieb des Pausenkiosks auf dem Schulhof. Dazu gehören der Verkauf von Früchten und Brötchen in jeder grossen Pause sowie die Zubereitung und der Verkauf von Extras, speziellen Wochensnacks, die jeweils am Dienstag und Donnerstag im Angebot sind. Diese Extras bereiten die Schüler selber zu. Ideen dafür findet der Klassenlehrer im eigens zusammengestellten Rezeptordner, der auch fortlaufend um neue Ideen erweitert wird.

Eigene Währung entwickelt

Bezahlt wird am Pausenkiosk mit einer eigenen Währung, dem Haldi. Haldis sind laminierte, rechteckige, grüne Papiercoupons, auf denen das Halden-Logo prangt. Die Schüler können sie in Zehnerpäckchen zu fünf Franken bei ihrer Klassenlehrerin beziehen.

Bestechend an diesem System ist, dass die Schüler von der Zubereitung über den Verkauf bis zum Verzehr einen Bezug zum gesunden Znüni aufbauen können. Durch die Verwendung der Haldis wird zudem verhindert, dass das Znünigeld am nächstbesten Kiosk «verchrömlet» oder in ungesundes Zuckerzeugs investiert wird.

Heute und morgen können die Primarschulkinder des Haldenschulhauses ihre Haldis besorgen. Ab kommenden Montag nimmt der Pausenkiosk dann den Betrieb auf und die Bestellungen der hungrigen Schüler entgegen.

Bald feste Institution

Unter der Leitung von Akoja Ludl hat die neunköpfige Arbeitsgruppe «Pausenverpflegung Halde» ein Konzept erstellt, das zur Nachahmung einlädt. Sogar die Abfallproblematik haben sie gelöst. Aus dem Budget für die Extras konnte die Schulleitung abwaschbare Becher mit dem Halden-Logo bestellen. Die Schüler geben diese nach dem Znüni beim Kiosk zurück und ihre Gschpönli reinigen sie bis zur nächsten grossen Pause. Dafür hat der Schulhausabwart im Haldenkeller eigens einen Platz bereitgestellt.

Der Pausenkiosk selber ist aus einer Hälfte des Spielcontainers auf dem Halden-Schulhausplatz entstanden. Mit seinem frischen Anstrich und den leckeren Auslagen wird er schon bald eine feste Institution auf dem Pausenplatz sein. Die Bewerbung des Angebots soll vor allem über Mundpropaganda laufen, erklärt Akoja Ludl.

Gestern, am ersten Schultag, haben die Klassenlehrer ihre Schüler informiert und ihnen einen Flyer für die Eltern mit nach Hause gegeben. Weitere Informationen bekommen die Eltern an den Elternabenden. In den Schulzimmern und Gängen hängen Plakate, und die Lehrpersonen sind angehalten, das Thema «Gesunde Ernährung» in ihren Klassen zu behandeln.

Auch der Notfall ist im Konzept schon bedacht: Sollte der Pausenkiosk von hungrigen Abc-Schützen im Nu leergekauft sein, dann steht noch eine Notfallkiste mit haltbaren Crackern, Reiswaffeln etc. bereit.

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