Überbauung
Neuer Dorfeingang für Widen: Weicht die Heinrüti-Wiese bald einer Wohnsiedlung?

Fährt man den Mutschellen hinauf, ist das Erste, was man von Widen sieht, eine grüne Wiese. Das soll sich ändern: Auf der Fläche im Heinrütirank, auf drei Seiten durch die Schienen der Bremgarten-Dietikon-Bahn flankiert, soll eine Überbauung entstehen.

Dominic Kobelt
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Werden die beiden Katzen-Skulpturen bald auf ein neues Quartier blicken? Das ist zumindest so vorgesehen. Dominic Kobelt

Werden die beiden Katzen-Skulpturen bald auf ein neues Quartier blicken? Das ist zumindest so vorgesehen. Dominic Kobelt

Bis aber die Bagger auffahren, wird es noch etwa zwei Jahre dauern. Mit der letzten Revision des Ortsplans wurde das Areal eingezont, in der Bau- und Nutzungsordnung wurden Zielsetzungen definiert. Der Gestaltungsplan Heinrüti liegt im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens noch bis am 22. November öffentlich auf.

Wer die Unterlagen studiert, kann sich schon ein ziemlich genaues Bild davon machen, wie dereinst das neue Eingangstor zu Widen aussehen könnte – ein Richtprojekt zeigt auf, was innerhalb des Korsetts, das der Gestaltungsplan vorgibt, möglich ist.

Kein eingemauertes Quartier

Auf den Parzellen soll eine Wohnsiedlung mit «attraktiven, wirtschaftlichen und zeitgemässen Wohnungen» entstehen, wie es im Bebauungskonzept heisst. Das Richtprojekt sieht fünf längliche, dreigeschossige Gebäude mit Attikageschoss vor. Sie werden «durch einen Knick in der Länge gebrochen». In der Mitte entsteht so ein Hof, in dem Kinder spielen können.

Einer der grössten Nachteile eines Quartiers Heinrütirank dürfte die Lärmbelastung durch die nahe Strasse und die BD-Bahn sein. Ein Lärmgutachten zeigt denn auch, dass bei praktisch allen Gebäuden auf der zur Strasse gerichteten Fassade die Grenzwerte überschritten werden.

Lärmschutzwände sollen dennoch nur vereinzelt zum Einsatz kommen, ein «eingemauertes» Quartier möchte man nicht. Mögliche Massnahmen für ein ruhigeres Wohnen, die aber noch zu prüfen sind, wäre Tempo 50 auf der Mutschellenstrasse oder ein lärmarmer Strassenbelag.

Beides muss mit dem Kanton koordiniert werden. Der Hof soll dagegen schon wesentlich ruhiger sein, da er durch die Gebäude abgeschirmt wird. Bei der Überbauung wurde auch auf ökologische Gesichtspunkte geachtet. Der Innenbereich wird ausgiebig begrünt, für Fuss- und Velowege ist gesorgt.

Flachdächer, die nicht als Terrasse genutzt werden, sind «ökologisch sinnvoll zu begrünen» oder für Solaranlagen zu nutzen. Für die Überbauung ist eine energieeffiziente Heizung vorgesehen, die überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben wird.

Infos am 2. November

Wie geht es nun weiter? Nach dem Mitwirkungsverfahren werden die Ergebnisse in einem Bericht zusammengefasst und dem Gemeinderat vorgelegt. Parallel läuft das kantonale Genehmigungsverfahren.

Wenn das «Okay» vom Kanton vorliegt, kann der Gestaltungsplan öffentlich aufgelegt werden. Gibt es keine Einsprachen, folgt ein Baugesuch, das ebenfalls öffentlich aufliegen wird. Erst wenn dieses genehmigt ist, dürfen die Bagger auffahren und Widens neues Eingangstor in Angriff nehmen.

Infoanlass am Mittwoch, 2. November, 19 Uhr, im Vereinslokal Widen (Bremgarterstrasse 49).