Wohlen

Neuer Bahnhofplatz kostet 11,4 Millionen – er soll das neue Aushängeschild für die Region werden

Ungefähr so könnte der neue Bushof und Bahnhofplatz in Wohlen ab Anfang 2021 aussehen. Unter diesem Platz sollen 110 Park-and-Ride-Parkplätze untergebracht werden.

Ungefähr so könnte der neue Bushof und Bahnhofplatz in Wohlen ab Anfang 2021 aussehen. Unter diesem Platz sollen 110 Park-and-Ride-Parkplätze untergebracht werden.

Noch muss die Wohler Bevölkerung über die Neugestaltung des Bahnhofplatzes abstimmen — denn es geht um 11,4 Millionen Franken. Wenn sie grünes Licht gibt, könnte dieser mit Bushof, Photovoltaikanlage und Tiefgarage Anfang 2021 fertig sein.

Es ist eines der wichtigsten Projekte der Gemeinde Wohlen für die kommenden Jahre: der neue Bahnhofplatz mit Bushof. Davon ist der neue Gemeindeammann Arsène Perroud überzeugt.

Es soll ein Aushängeschild für Wohlen und die ganze Region entstehen, dabei aber selbstverständlich auf Kosten und Wirtschaftlichkeit geachtet werden, sagte er am Mittwoch an einer Medieninformation. Insbesondere der 1983 für vier Busse konzipierte Bushof, der für die heutigen 14 Buslinien bei weitem zu klein ist, muss dringend ersetzt werden.

Ausserdem ist die heutige Situation nicht behindertengerecht, weshalb die Gemeinde verpflichtet ist, Anpassungen vorzunehmen. Zum Dritten kann Wohlen derzeit noch mit erheblicher Unterstützung aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes rechnen, die bei weiterer Verzögerung des Projektes entfallen würden. Das sind nur drei der Gründe, die dringend für eine neue Lösung des Bushofs und somit des Bahnhofplatzes sprechen.

Jetzt ist das Projekt spruchreif und kann am 19. März dem Einwohnerrat vorgelegt werden. Gibt dieser grünes Licht, wird am 10. Juni die Wohler Bevölkerung über den neuen Bushof und Bahnhofplatz abstimmen können. Es geht um rund 11,4 Millionen Franken, die für die Gemeinde anfallen würden. Gesamtkosten: 23 Millionen Franken. Den Rest bezahlen Bund, Kanton, SBB und weitere Dritte.

Keine Alternative zu Tiefgarage

Der neue Bahnhof Wohlen soll eine «moderne öV-Drehscheibe» werden, erklärte Michael Nöthiger, Projektleiter des Generalplanerteams. Es sollen neu elf Buskanten entstehen, die teilweise als verlängerte Doppelbuskanten Platz für alle 14 Busse bieten. Zu den SBB-Gleisen hin, also dort, wo heute 40 Parkfelder aufgezeichnet sind, soll ein sogenannter Kundencenterbereich entstehen.

Dessen Zentrum bildet der Eingang zur neuen Personenunterführung West, die bis Mitte 2019 von den SBB erstellt wird. Um diesen Eingang herum finden sich einerseits ein Teil der künftigen 450 Veloständer, andererseits Informationstafeln zu Bussen und Bahn sowie Ticketautomaten und alles, was die Reisenden sonst noch zur Orientierung brauchen.

Zwischen Buskanten und Kundencenterbereich soll eine Begegnungszone entstehen, in der Fussgänger Vortritt haben. Abgesehen von den Bussen soll der Platz komplett vom Verkehr entflechtet sein. Die nordwestliche Zufahrt soll künftig nur als Einfahrt in die unterirdische Park-and-Ride-Anlage mit 110 Auto-Abstellplätzen dienen. «Für die heutigen 40 Parkplätze, die dem neuen Bushof weichen sollen, müssen wir Realersatz bieten. Da macht es Sinn, den Platz unterhalb des Bushofes dafür zu nutzen», erklärte Perroud. Eine Variante ohne Tiefgarage, wie sie noch vor einem Jahr angekündigt wurde, gibt es unterdessen nicht mehr, «denn wir haben keine gute Alternative».

Modern heisst nicht teuer

Die markanteste Neuerung, quasi das Aushängeschild des neuen Bahnhofs und somit des Strohdorfes, soll das Dach des neuen Bushofes sein. Seine Struktur ist einem Strohgeflecht nachempfunden, wirkt modern und bietet auf über 110 m2 Platz für Oberlichter und eine Photovoltaikanlage.

Ganz wichtig ist Perroud hierbei: «Modern ist nicht gleichbedeutend mit teuer. Der Gemeinderat hat nicht nur die Aufgabe, kostengünstig zu bauen, sondern auch den umliegenden Bauten angepasst. Unser Ziel ist es, dass der Bahnhof eine Visitenkarte für Wohlen werden soll.» Projektleiter Nöthiger ergänzt: «Ob das Dach nun flach oder wie hier speziell für Wohlen designt ist, macht die Kosten nicht aus. Teuer ist vor allem der Stahl, und von diesem wird für beide Dachformen gleich viel benötigt.»

Durch Sitzgelegenheiten, Bäume und einen Brunnen an der Stelle, wo schon heute einer steht, soll das neue Wohler Aushängeschild abgerundet werden. «Für 11,4 Millionen bekommen wir hier ein sehr gutes Projekt», ist der Gemeindeammann überzeugt. Er hofft nun, dass das auch der Einwohnerrat und natürlich die Wohlerinnen und Wohler so sehen. An der öffentlichen Infoveranstaltung vom kommenden Mittwoch können sie sich eine eigene Meinung über das fertige neue Projekt bilden.

Bei zweifachem Ja soll schon Ende Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden können. Die Busse werden während der gesamten Bauzeit von zwei Jahren entweder ab Haltestellen vor und neben dem Bahnhofsgebäude kursieren oder direkt auf die andere Seite der Geleise, also auf die untere Farnbühlstrasse, umgeleitet.

«Besonders für ortsunkundige öV-Benutzer könnte das Umsteigen von und auf die Busse während der Bauzeit etwas schwierig sein. Aber das ist unumgänglich und zeitlich ja absehbar», hält Perroud fest. Als nächstes werden sich die Planer weiter mit dem Areal Freiverlad beschäftigen. Auch dort sollte es bald mehr zu berichten geben.

Öffentliche Infoveranstaltung zu «Neugestaltung Bushof und Bahnhofplatz Wohlen» am Mittwoch, 24. Januar, 19.30 Uhr, Casino Wohlen

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