Fest stand immer, dass die Altarweihe an Mariä Himmelfahrt stattfinden solle, schliesslich sei diese die Patronin der Kirche und die Verbindung dieser beiden feierlichen Anlässe sehr passend, wie Gemeindeleiter Markus Leutenegger erklärt. Die Altarweihe sei von besonderer Bedeutung: «Das ist ein sehr seltenes Ereignis.»

Aus Eichenholz

Einleitend zum Gottesdienst sprach der Gemeindeleiter den wohlbekannten Satz: «Was lange währt, wird endlich gut». Von der Idee eines neuen Altars bis zur Umsetzung vergingen einige Jahre, unter anderem, weil die Kirche Maria Himmelfahrt aus dem 17. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht und die zuständigen Gremien bei der Planung einiges beachten mussten, wie Leutenegger erklärte. Der Kirchenraum wurde bei der Renovation in den Jahren 1757 bis 1760 im Rokoko-Stil gestaltet, und es galt, diesem keinerlei Konkurrenz zu machen. Peter Fierz, Professor am Institut für Baugestaltung der Schweizerischen Lukas-Gesellschaft, entwarf Altar, Ambo (Lesepult), Osterkerzenständer sowie Sedilien, also die Sitzgelegenheiten für Priester, Gemeindeleiter und Ministranten. Schreinermeister Marc Wetli aus Dottikon fertigte das Ensemble. Es besteht aus Eichenholz, ist schlicht mit klaren Linien und fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein. «Es wirkt gut hier in der Kirche», meint Wetli.

Vor der Weihung und Salbung wurde in das Reliquienfach der Altarplatte eine Reliquie der Thebäischen Legion eingelegt. Diese Legion sollte unter Kaiser Maximilian zu Beginn des vierten Jahrhunderts Christen im Gebiet des heutigen Walli verfolgen. Die christlichen Soldaten und ihr Offizier Mauritius verweigerten diesen Befehl, weshalb kaisertreue Truppen sie umbrachten. Ihre Gebeine fand man im Jahr 380 im heutigen Saint-Maurice.

Die besondere Bedeutung eines Altars erklärte Bischofsvikar Christoph Sterkman. Ein Altar symbolisiere Christus. Durch die Weihe werde der Tisch aus dem profanen Gebrauch herausgehoben und vergegenwärtige als Altar das eucharistische Mahl. Mit einem Schmunzeln meinte der Bischofsvikar ausserdem, dass er nicht so begeistert vom «liturgischen Littering» sei, also dem kompletten überhäufen einiger Altäre mit Gegenständen. «Nichts soll den Blick auf das Wesentliche verstellen» fügt er hinzu.

Die Besucher des Gottesdienstes reagieren positiv auf den neuen Altar. Ursula und Hans Hausherr aus Fischbach-Göslikon sagen: «Der neue Altar ist sehr modern und ein Kontrast zur übrigen Kirche. Er gefällt uns gut, eine sehr kunstvolle Arbeit.» Ähnlich sieht es auch Vreni Baumli aus Niederwil: «Ein schöner Altar. Die Struktur und das Holz gefallen mir.» «Der neue Altar ist schön geworden», findet Margrit Meier aus Fischbach-Göslikon, «er gefällt mir sehr. Auch der Gottesdienst war sehr feierlich.»