Bremgarten

Neue Züge der Limmattalbahn werden im Freiamt gewartet

Die BDWM Transport AG hat die Beschaffung von mindestens acht Fahrzeugen für die Limmattalbahn aufgegleist.

Die BDWM Transport AG hat die Beschaffung von mindestens acht Fahrzeugen für die Limmattalbahn aufgegleist.

Die BDWM Transport AG hat ihr Fahrzeugkonzept für die neuen Züge veröffentlicht, die ab 2022 rollen.

Jetzt nehmen die Fahrzeuge Gestalt an, die ab 2022 neu zwischen den Bahnhöfen Killwangen-Spreitenbach und Zürich Altstetten verkehren sollen. Was hat das mit dem Freiamt zu tun? Zweierlei: Einerseits ist die BDWM Transport AG die künftige Betreiberin der Limmattalbahn. Andererseits werden die 10 bis 16 neuen Fahrzeuge nicht nur im Limmattal kursieren, sondern auch ins Reusstal und vielleicht bis ins Bünztal rollen.

Sicher ist, dass ihre Wartung künftig im Bahndepot Bremgarten durchgeführt wird. Laut neuem Fahrzeugkonzept sollen neben den acht Fahrzeugen für die Limmattalbahn optional auch zwei bis acht gleiche Fahrzeuge für die Strecke der Bremgarten-Dietikon-Bahn (Linie S 17) sowie für eine mögliche spätere Taktverdichtung der Limmattalbahn mitbestellt werden.

Vorerst müssen aber die Entscheide des Verkehrsrats des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV), des Kantons Aargau und des Bundesamts für Verkehr (BAV) abgewartet werden. Erst wenn alle drei das Fahrzeugkonzept abgesegnet haben, kann die Ausschreibung des Beschaffungsauftrags starten. Vorgesehen ist, dass die Ausschreibung am 28. September startet.

BDWM und BLT als Auftraggeber

Die BDWM möchte sich für die Beschaffung mit der Baselland Transport AG (BLT) zusammentun. So hat der Auftrag ein grösseres Volumen und ist für Lieferanten lukrativer. Daraus ergeben sich bessere Preise und mehr Angebote. Weiter werden BDWM und BLT so auch die Ersatzteile günstiger beschaffen können. «Mit den uns anvertrauten Steuergeldern gehen wir haushälterisch um», heisst es schliesslich im Leitbild der BDWM. Auch darüber müssen der ZVV-Verkehrsrat, der Kanton Aargau und das BAV entscheiden.

Keine Vorbehalte mehr gibt es offenbar beim Beschaffungsauftragsteil der BLT, der zehn Fahrzeuge umfasst: Die BLT hat ihre Ausschreibung bereits publiziert. Bewerben können sich die Lieferanten bis am 22. Dezember. Dann hat die BDWM die Qual der Wahl. Und wann fällt der Vergabeentscheid? «Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018», sagt Philipp Egli, Business-Controller bei der BDWM und dort Projektverantwortlicher für den Limmattalbahn-Betrieb, auf Anfrage. Gemäss Ausschreibungsvorankündigung der BLT ist als Termin für die Lieferung der neuen Fahrzeuge der Zeitraum zwischen 15. Oktober 2021 und 31. Oktober 2022 vorgesehen.

45 Meter lang, 70 Sitzplätze

Das Rollmaterial für BDWM und BLT wird nicht exakt gleich sein: Der Lieferant wird jeweils spezifische Sonderwünsche zu erfüllen haben. Beispielsweise haben die Gemeinden entlang der Waldenburgerbahn-Strecke von Liestal nach Waldenburg zusammen praktisch gleich viele Einwohner (27 200) wie Dietikon (26 900) alleine.

Die Züge werden wie die neuen Perrons 45 Meter lang sein und über mindestens 70 Sitzplätze verfügen. Stehplätze sind mindestens 200 gefordert. Die Bereiche bei den Türen sollen grosszügig sein, sodass die Haltezeiten eingehalten werden: 36 Sekunden bei Haltestellen mit vielen Pendlern, sonst 18 Sekunden.

Jedes Fahrzeug wird jährlich rund 100 000 Kilometer absolvieren. Die BDWM fordert zudem, dass die Fahrzeuge auf den Schienen besonders ruhig laufen, zum Beispiel dank Luftfederung. Und die Bremsenergie soll in die Fahrleitung zurückgespeist werden. Gewartet werden die Limmattalbahn-Fahrzeuge, wie erwähnt, im Bremgarter Depot. Übernachten werden sie aber im Depot in Dietikon.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1