Bald wird Arthur, die Hauptfigur des diesjährigen Programms «dreambox» des Circus Monti, zum letzten Mal seine Traumbüchse öffnen, die ihm all seine Wünsche erfüllt. Bald wird er zum letzten Mal um seine Angebetete werben. Bald wird sich die Manege zum letzten Mal für diese Saison nach einer gelungenen Vorstellung verdunkeln. Am 26. November feiert der Wohler Zirkus auf dem Kasernenareal in Zürich seine Derniere. «Es war eine sehr gute Saison», ist Zirkusdirektor Johannes Muntwyler glücklich.

«Wir sind jedes Jahr sehr gespannt, ob und wie unser Programm bei den Leuten ankommt. Aber auch diesmal haben wir sehr gutes Feedback bekommen.» Das Regie-Team Marie-Josée Gauthier und Sylvain Lafortune hat einen grossen Teil zu diesem Erfolg beigetragen, «aber auch die Artisten waren sehr motiviert – und auch ausserhalb der Manege sind sie alle sehr angenehme Menschen, das macht sehr viel aus», so Muntwyler.

Einen Wermutstropfen gibt es: Diese Saison musste der Zirkus einen Unfall verzeichnen. Ein Artist verletzte sich schwer während einer Vorstellung am Knie und fällt den Rest der Saison aus. Abgesehen davon sei die dritte verkürzte Saison, bei der von Anfang August bis Ende November nur noch neun Gastspielorte auf dem Programm standen, sehr gut gelaufen.

Idee aus schönen Erinnerungen

Was die Monti-Fans wohl aber noch mehr interessieren wird, ist der Ausblick auf die kommende Saison. So viel vorab: Die Idee des neuen Regieteams ist aus guten alten Erinnerungen an den bekannten Wohler Zirkus entstanden. 2003 hatte Christian Vetsch gerade die Dimitri-Schule abgeschlossen, als er sich ein Engagement als Clown beim Circus Monti ergattern konnte.

«Ich habe diese Zeit, als wir mit den Wohnwagen durchs Land gezogen sind, so sehr in meinem Kopf und im Herzen behalten, dass in mir irgendwann die Idee gewachsen ist, dieses Zusammenleben rund um die Manege herum für einmal ins Zentrum zu stellen.»
Vor einem Jahr hat er dann erstmals mit der ehemaligen Tänzerin und heutigen Tanzpädagogin und freischaffenden Choreografin Sabine Schindler bei einem Stück Regie geführt. Ihr hat er von dieser Idee erzählt, und sie war begeistert. «Es ist wie eine WG», fand sie. Und so entstanden die ersten Fantasien zur «WG Monti».

Auch dem Zirkusdirektor und seiner Familie gefiel die Idee sehr gut. So wurde das Team engagiert. «Wir wollten gerade zwei alte, ausgeschlachtete Wohnwagen hinüber zur Recyclinganlage geben, als die beiden mit der Idee kamen», erinnert sich Muntwyler. «Die Wagen haben wir jetzt zurückbehalten, man weiss ja nie, ob sie vielleicht als Bühnenbild dienen können.»

Die Artisten sind noch nicht engagiert. «Früher, als die Premiere noch im März stattfand, mussten wir jeweils noch während der laufenden Saison schon auf die Suche nach neuen Artisten gehen. Heute haben wir genügend Zeit, das ist sehr angenehm.»

Neue Tribüne mit 2300 Plätzen

Doch es ist nicht nur weniger Stress, was der Zirkusfamilie an der kürzeren Tour positiv auffällt. «Ein schöner Punkt ist auch die Probezeit im Juni, da kann man nach den Proben wunderbar in die Badi gehen, das gab es in den 30 Jahren davor natürlich nie», lacht Muntwyler. Vor drei Jahren hat die Wohler Zirkusfamilie beschlossen, künftig auf drei Standbeine zu setzen.

Neben der Tournee sind das die Zeltvermietung und das Winter-Variété. «Wir mussten uns natürlich erst an alles gewöhnen, doch so langsam sind wir drin.» Derzeit wird eine neue Tribüne für 2300 Personen nach Wohlen geliefert, dafür konnten zwei alte Tribünen verkauft werden. «Wir sind sehr zufrieden.»