Seit rund 40 Jahren gehört das Restaurant Kajüte zum Dorfbild von Villmergen. «Als das Lokal vor etwa zweieinhalb Jahren geschlossen wurde, verlor unsere Gemeinde auch ein bisschen Tradition», erzählt ein Gast der «Kajüte».

Das Lokal ist seit einem halben Jahr wieder geöffnet. Der neue Geschäftsführer, Atanasov Zivko, verfolgt mit der Übernahme des Lokals grosse Pläne. «Die Kajüte ist jetzt ein Café-Restaurant», erklärt er. «Und vor zwei Monaten wurde unsere neue Terrasse endlich fertiggestellt.»

Bei einer wunderschönen Aussicht auf den Rietenberg und das Zentrum der Gemeinde können die Gäste morgens Kaffee und Gipfeli und mittags drei verschiedene Menüs geniessen. «Ich finde die Terrasse grossartig», erzählt der Gast weiter. «Die hätte es vor 30 Jahren schon gebraucht.»

Doch nicht nur diese wurde neu gemacht. Bisher glich der Innenraum der «Kajüte» einem Schiff, jetzt wurde er dank Zivko zu einem modernen Café mit grossem Gästeraum. Den Namen des Restaurants möchte er jedoch nicht ändern. «Die Kajüte gehört zu Villmergen, wenn ich den Namen ändern würde, würde ich der Gemeinde etwas wegnehmen», erklärt der Geschäftsführer.

Übernahme durch Zufall

Doch wieso bleibt die «Kajüte» kein Restaurant? «Ich lebe bereits seit 21 Jahren in Villmergen», erläutert Zivko. «Und mir ist aufgefallen, dass es hier ausschliesslich Restaurants und kein einziges Café gibt. Dies möchte ich nun ändern.» Der 55-Jährige ist kein Neuling in der Gastronomie.

Seit rund 20 Jahren führt er die Pizzeria Boccalino, ebenfalls in Villmergen. Zur Übernahme des Lokals kam der Geschäftsführer jedoch durch Zufall: «Ich habe in meiner Pizzeria einen Gast bedient, der mir erzählte, dass ein Käufer für die Lokalität gesucht werde. So habe ich über Umwege Kontakt mit dem Betreiber aufgenommen und wir haben uns auf einen Kaufpreis geeinigt.»

Zivko kam vor 40 Jahren von Mazedonien in die Schweiz. Seither arbeitete er immerzu in der Gastronomie, unter anderem als Chef de Service bei Mövenpick und als Servicekraft in einigen 5-Sterne-Hotels. Dennoch stellt ihn ein Café vor eine neue Herausforderung: «Ich habe nie in einem Café gearbeitet oder eins geführt, aber ich möchte versuchen, diese traditionelle Beiz wieder aufleben zu lassen.»