Wohlen
Neue Stellen auf dem zweiten Arbeitsmarkt geschaffen

Das Sozialunternehmen Trinamo AG hat seine Räumlichkeiten am Gewerbering deutlich erweitert.

Toni Widmer
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In der Trinamo-Schreinerei am Gewerbering in Wohlen wird unter anderem auch das bekannte Kubb-Spiel hergestellt. Toni Widmer

In der Trinamo-Schreinerei am Gewerbering in Wohlen wird unter anderem auch das bekannte Kubb-Spiel hergestellt. Toni Widmer

Es gibt zwei verschiedene Kategorien von Arbeitsplätzen in der Trinamo AG, die vor rund vier Jahren am Gewerbering 25 in Wohlen Quartier bezogen hat. Zum einen bietet das Sozialunternehmen eine geschützte Werkstatt, in welcher sozial benachteiligte Menschen einer Tätigkeit nachgehen können, die ihrem Leben einen Sinn gibt.

Der Gewerbering ist aber auch eine Fitnessstation, in der Leute für den normalen Arbeitsmarkt fit getrimmt werden. Es sind dies Menschen, die ihre Stelle verloren haben und schon längere Zeit arbeitslos sind. Viele von ihnen beziehen Sozialhilfe. Insgesamt gehen zurzeit rund 85 Personen in der Trinamo AG einer geregelten Arbeit nach.

Keine Konkurrenz zum Gewerbe

Geschäftsführer Reto Schaffer und Bereichsleiterin Claire Hungerbühler betonen, dass das Unternehmen keine Konkurrenz zum lokalen Gewerbe sein will: «Im Gegenteil», hält Schaffer fest, «wir versuchen möglichst, mit den Firmen in der Region zusammenzuarbeiten.» So könnten diese lohnintensive «Fleissarbeiten» zu ihnen auslagern. Damit werde verhindert, dass solche Aufträge ins Ausland abwanderten.

Weiter betont der Geschäftsführer, dass Trinamo auch nicht zu Dumpingpreisen arbeite, sondern durchwegs zu marktkonformen Bedingungen. Einen allfälligen Gewinn kann die Non-Profit-Organisation nicht für sich behalten, sie muss ihn abliefern.

Hervorgegangen ist die Trinamo AG aus der ehemaligen Stollenwerkstatt, Pegasus und Wiva. In Wohlen hatte sie ihre Zelte vorerst im Camille-Bauer-Areal aufgeschlagen. Am neuen Domizil hat sich das Unternehmen in einer riesigen Halle eingerichtet und diese nach und nach selber für ihre Zwecke umgebaut.

Bistro, Schreinerei, Näherei

Arbeit gibt es dort mittlerweile in einem Bistro, einer Schreinerei, einer Näherei mit Wäscherei sowie in einer Abteilung, in der Glas und Leder verarbeitet werden. «Im Bistro beschäftigen wir rund zwei Dutzend Personen», erklärt Claire Hungerbühler. Täglich wird ein Mittagessen (auf Bestellung) für die eigene Belegschaft sowie für externe Besucherinnen und Besucher angeboten. Auf Anfrage liefert Trinamo auch auswärts, beispielsweise in Kinderkrippen.

Eigener Internet-Shop

Holz-Schatullen oder -Hocker, das Kubb-Spiel oder ein handliches, schönes Schneidbrett, Geschirrtücher, Schals, Chriesistei-Säckli, Filz-Etuis, T-Shirts, Lederwaren, Windlichter, Apéro-Schalen – die Auswahl im neuen Internet-Shop von Trinamo ist bereits sehr umfangreich.
«Unsere ‹kostbar›-Produkte sind in Handarbeit gefertigte Kleinserien aus den Werkstätten der Trinamo AG. Wir verarbeiten weitgehend inländische Rohstoffe und achten auf umweltverträgliche Verarbeitung. Jeder Artikel hat seinen eigenen Charme» schreibt die Firma in ihrem Werbespot im Eingangsportal des neuen Internet-Shops.
Bestellt werden kann im neuen Shop auch ein kleines Weinangebot. Die edlen Tropfen stammen alle aus dem Rebberg an den sonnigen Hängen der Gisliflue in Auenstein, welcher von der Trinamo AG betreut, wird.
Das Angebot im Internet-Shop soll laufend ausgebaut und den Kundenwünschen angepasst werden. (to)

Erfolgsquote 20 bis 30 Prozent

Die Belegschaft der Trinamo AG ist ständig wechselnd: «Wir bieten, ausser im Bereich der geschützten Werkstatt, keine Langzeitarbeitsplätze an. Unser Ziel ist es, möglichst viele unserer Beschäftigten wieder in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Diesbezüglich unterstützen wir die Leute auch bei der Aufbereitung ihrer Dossiers, bei Bewerbungen und helfen bei sprachlichen Schwierigkeiten mit dem entsprechenden Unterricht. Unser Führungsteam mit ausgebildeten Fachmitarbeitern umfasst zurzeit 13 Personen», erläutert Reto Schaffner. Die Erfolgsquote bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt liegt bei 20 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen und rund 30 Prozent bei den Arbeitslosen. «Die meisten unserer Leute sind sehr motiviert. Vielleicht nicht immer gleich vom ersten Tag weg. Aber wenn sie einmal erfasst haben, worum es bei uns geht, wollen die meisten arbeiten, um bald wieder eine gute Stelle finden zu können», sagt Reto Schaffer.