Villmergen

Neue Schule für 23,5 Millionen – dafür sollen Steuern steigen

Wegen des Schulzentrums will der Gemeinderat von Villmergen den Steuerfuss um 8 auf 105 Prozent erhöhen. Die Finanzkommission steht hinter dem Projekt. Im besten Fall kann der Schulbetrieb im neuen Gebäude im August 2017 aufgenommen werden.

Bald erreicht Villmergen die 7000-Einwohner-Grenze, «die Schülerzahl wird dementsprechend weiter von aktuell 700 auf 800 ansteigen», so Gemeindeammann Ueli Lütolf. Schon jetzt stossen Schüler- und Lehrerschaft in den beiden bestehenden Schulzentren Dorf und Hof sowie im Provisorium Mühlematten an ihre räumlichen Grenzen.

«Wir brauchen dringend neuen Schulraum, die Situation ist nicht mehr tragbar», betont Markus Keller, Gemeinderat und Präsident der Schulbauplanungskommission. So ist der Gemeinderat stolz darauf, nun ein fertiges Projekt präsentieren und Ende November zur Abstimmung bringen zu können: das Schulzentrum Mühlematten samt Turnhalle und Aussenschulzimmer. Die Kosten belaufen sich auf stolze 23,5 Millionen Franken.

Zum Lernen und Erleben

Zweimal musste ein Planungswettbewerb durchgeführt werden, weil die ersten sieben Projekte die Kommission nicht überzeugten. Doch nach 14 eingereichten Projekten sind sich alle einig: «Das Projekt der Metron Architekten AG aus Brugg überzeugt durch seine Flexibilität, seine Nachhaltigkeit und vor allem die gute Lernatmosphäre für die Schülerinnen und Schüler sowie das vorteilhafte Arbeitsumfeld für die Lehrpersonen», so Keller.

Das Schulzentrum soll aus zwei Gebäuden bestehen. Das zweistöckige Schulhaus soll im Obergeschoss über zwölf Klassenzimmer sowie zwölf Gruppen- und Teamzimmer verfügen. Im Erdgeschoss sollen Fachunterrichtsräume für textiles Werken, Werken, Singen sowie Naturkunde unterkommen. Hinzu kommen Lehrerzimmer, Bibliothek, Aufenthaltsraum, verschiedene Büros für Lehrerschaft, Sekretariat und Stufenleitung sowie ein grosszügiger Eingangsbereich.

«Die Räume sind auf angenehmes Lernen und Erleben ausgerichtet. Die meisten Wände sind nicht fix, sodass die Raumeinteilung je nach Bedürfnis umgestellt werden kann», hält Keller fest. Auch der Eingangsbereich der Turnhalle ist grosszügig bemessen, die Turnhalle selbst auf die Bedürfnisse der Schule, aber auch der Vereine angepasst.

Auch bei der Wahl der Baumaterialien wurde darauf geachtet, dass die Räume lernfreundlich gestaltet werden. Das Untergeschoss besteht bei beiden Gebäuden aus Sichtbeton, während im oberen Bereich mit warmem Material, vor allem Holz, gearbeitet wird, was das Lernklima laut Studien verbessert.

«Steuererhöhung ist nachhaltig»

Knacknuss sind die Kosten. 23,5 Millionen für ein neues Schulzentrum liegen aber «im durchschnittlichen Kubikmeterpreis für Schulraumprojekte», ist Keller wichtig. Gemeindeammann Lütolf fügt hinzu: «Villmergen hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass es für Nachhaltigkeit und Fortschritt einsteht. Nun stehen wir vor der Herausforderung, dass neuer Schulraum dringend benötigt wird. Containerprovisorien können nicht die Lösung sein. Und eine annehmbare Alternative gibt es nicht.» Darum beantragt der Gemeinderat eine Steuererhöhung von 97 auf 105 Prozent.

«So können wir das Schulzentrum bauen und die daraus entstehenden Schulden innerhalb einer Generation abbezahlen», erklärt Gemeinderätin Barbara Bucher, die für die Finanzen zuständig ist. «Auch die Finanzkommission steht hinter uns und hält die Steuererhöhung für verantwortungsbewusst und nachhaltig.» Denn innert der nächsten zehn Jahre kommen laut Finanzplan 50 Millionen Franken an Investitionen auf die Gemeinde zu.

Sagt das Villmerger Stimmvolk am 28. November «Ja», soll bereits im September 2015 mit dem Bau der Mühlematten begonnen werden. Dann könnte der Schulbetrieb aufs Schuljahr 2017/2018 aufgenommen werden.

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