Jonen
Neue Regeln und Tablets für die Schüler

Abgeordnete aus den fünf Gemeinden des Kreisschulverbandes Kelleramt erteilen neuen Verbandssatzungen grünes Licht.

Lukas Schumacher
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Im Gespräch: Kreisschulpflegepräsident Thomas Frei und Beatrice Koller, die Präsidentin der Abgeordnetenversammlung.

Im Gespräch: Kreisschulpflegepräsident Thomas Frei und Beatrice Koller, die Präsidentin der Abgeordnetenversammlung.

sl

Die Abgeordnetenversammlung in Jonen hat einen älteren Zopf abgeschnitten. Gemeint sind die aus dem Jahr 2001 stammenden Satzungen des Kreisschul-Gemeindeverbandes Kelleramt. Nach kurzer Diskussion erteilten alle Abgeordneten – anwesend waren acht von zehn – dem zeitgemäss erneuerten Regelwerk grünes Licht. Die neuen Satzungen treten am 1. Januar 2015 in Kraft. Dies unter der Voraussetzung, dass auch die bevorstehenden Gemeindeversammlungen der fünf Kreisschulgemeinden Arni, Jonen, Oberlunkhofen, Rottenschwil und Unterlunkhofen den überarbeiteten Satzungen zustimmen.

Nur noch 134 Schüler an der Kreisschule Kelleramt

Als Folge der Umstellung auf 6 Jahre Primar und 3 Jahre Oberstufe ist in Jonen die Zahl der Kellerämter Kreisschüler deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2013 waren 184 Sek- und Realschüler an der Kreisschule unterrichtet worden. Nun schrumpfte die Zahl der Oberstufenschüler um genau 50 auf nurmehr 134. Bis ins Jahr 2010 lag die Zahl der Oberstufenschüler stets über der Marke 200. Das Rekordjahr der jüngsten Epoche stammt von 2005 mit 242 Kreisschülern.

Auf der anderen Seite bescherte die neu geschaffene sechste Primarklasse der Dorfschule Jonen eine höhere Schülerzahl: 192, wovon 48 Kindergärtler. Die Primarschule muss dringend vergrössert und modernisiert werden. An der Gemeindeversammlung vom 10. November gelangt ein Neubaukredit im Betrag von 8,1 Mio. Franken zur Abstimmung. (sl)

Schub für die Schulinformatik

Auf eine zeitgemässe IT (Informationstechnik) legen Verantwortliche der meisten Schulen grossen Wert. So auch an der Kreisschule Kelleramt, die aktuell von 134 Sek- und Realschülern besucht wird. Für die Schulinformatik werden nächstes Jahr rund 79 000 Franken im Rahmen des Budgets 2015 ausgegeben. Neue Soft- und Hardware wird gekauft, die Oberstufenklassen werden schrittweise mit Tablets ausgerüstet, wobei nächstes Jahr als erste die Drittklässler Tablets erhalten. Überdies werden die Informatikstunden von jährlich 300 auf 330 Stunden erhöht.

Thomas Frei aus Arni, seit Anfang 2014 Kreisschulpflegepräsident, strich an der Versammlung die Bedeutung von zeitgemässen IT-Mitteln hervor: «IT ist ein wichtiger Teil der Schul-und Unterrichtsentwicklung.» Es gehe letztlich darum, dass die Schüler den Anschluss in der Berufswelt nicht verpassen. Laut Frei ist sein vor zehn Monaten neu zusammengesetztes Team der Kreisschulpflege gut unterwegs, die Zusammenarbeit mit der Schulleitung klappe einwandfrei. Nächstes Jahr will die Schulbehörde ein Leitbild entwerfen.

11 074 Franken pro Schüler

Das Kreisschulbudget 2015 mit einem Aufwand und Ertrag von je 1,81 Mio. Franken fand bei den Abgeordneten einhellig Zustimmung. Eine Aufschlüsselung zeigt, dass jeder der 134 Sek- und Realschüler die Gemeinden nächstes Jahr 11 074 Franken kosten wird. Zusammengesetzt ist dieser Betrag aus Schulbetriebskosten von 4969 Franken je Schüler und einem Lehrerbesoldungsanteil von 6105 Franken.

Teil des Budgets sind 176 500 Franken, die nächstes Jahr für die Schulsozialarbeit Kelleramt ausgegeben werden. Die Gemeinde Rottenschwil hat ihr Pensum an der Schulsozialarbeit von 15 auf 10 % gekürzt; die nun fehlenden 10 000 Franken zur Finanzierung der Schulsozialarbeit übernimmt die Kreisschule Kelleramt. Nächstes Jahr soll die Kreisschule eine Homepage bekommen. 3300 Franken sind dafür im Schulbudget eingestellt. Ein grösserer Budgetposten im Betrag von 49 000 Franken gilt neuen Storen beim Schulhaus Pilatus.

Erneuerungsfonds

Zurück zu den neuen Satzungen, denen die von Beatrice Koller geleitete Abgeordnetenversammlung zugestimmt hat. Schulinvestitionen sollen gemäss neuem Regelwerk künftig auch über einen Erneuerungsfonds finanziert werden können, was die Planung von Sanierungen und Neubauten vereinfacht. Die Zahl der Abgeordneten wird von zehn auf fünf halbiert, wobei die fünf Abgeordneten Gemeinderäte sein müssen. Sollte eine der fünf Kellerämter Gemeinden aus dem Schulverband austreten wollen, könnte sie diesen Schritt recht zügig vollziehen. Neu beträgt die Kündigungsfrist nur zwei Jahre statt satte 16 Jahre, wie dies in den alten Satzungen des Kreisschulverbandes festgeschrieben ist.