Neue Krippe für die Klosterkirche

Muri präsentiert die neuen Krippenfiguren, die ein Holzbildhauer aus Hofstetten bei Brienz geschnitzt hat.

Verena Schmidtke
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Die Heilige Familie in der Klosterkirche Muri.

Die Heilige Familie in der Klosterkirche Muri.

Bild: Verena Schmidtke

Beinahe andächtig standen die Besucher vor der Krippe, eingehend betrachteten sie die neuen, schön geschnitzten Figuren. Zu sehen sind eine betende Maria und ein gütig schauender Josef, in ihrer Mitte das Jesuskind. Eingerahmt wird die Familienszene von einem Ochsen, einem Esel sowie einem Schaf. Peter Hochuli, Präsident des Vereins Freunde der Klosterkirche Muri, verriet schmunzelnd: «Es werden sogar schon Wetten abgeschlossen, welche der Figuren am beliebtesten werden könnte. Ich habe auch schon gehört, wie jemand sagte, er sei ganz verliebt in den Ochsen.»

Bevor Abt Beda Szukics die neue Krippe feierlich mit Weihrauch und Weihwasser gesegnet hat, stimmte er mit den Anwesenden das Lied «Ich steh an deiner Krippe hier» an. Das beliebte Weihnachtslied sei sehr passend für den Anlass, stellte er fest. Zum Thema Krippen wusste der Abt zu berichten: «Die Tradition, zu Weihnachten Krippen aufzustellen, ist nicht sehr alt. Franz von Assisi war vermutlich der erste, der das Weihnachtsgeschehen auf diese Weise mit konkreten Personen darstellte.» Der Obmann der Südtiroler Krippenbauer habe gesagt, es gebe keine richtige Krippe, jede sei gültig. Abt Szukics fasste den Grundsatz dahinter in Worte: «Wer eine Krippe baut, bringt dadurch seinen Glauben zu Ausdruck.»

Der Weg zur neuen Krippe

Nach der feierlichen Weihung berichtete Vereinspräsident Peter Hochuli, wie die Klosterkirche überhaupt zu ihren neuen Figuren gekommen ist. Die eigens gegründete Krippenkommission suchte nach passenden, barocken Darstellungen der weihnächtlichen Szenerie. Doch selbst in Südtirol, der Hochburg für Krippenfiguren, seien die Mitglieder nicht fündig geworden. «Dann haben wir einen guten Tipp erhalten», führte der Präsident aus, «in der Nähe von Brienz sollte es einen kundigen Schnitzer geben. So war es denn auch, Fritz Fuchs macht wunderbare Krippenfiguren.»

Man wurde sich rasch einig, schon bald habe der Holzbildhauer die erste Figur fertiggestellt und alle Beteiligten seien begeistert von der fein gearbeiteten Darstellungen gewesen. Hochuli betonte bei der Einweihung: «Es ist eine riesige Freude für uns.» Er sei glücklich, die Krippe nun in die Obhut der Kirchenpflege übergeben zu können. «Ich hoffe, dass noch spätere Generationen vor dieser Krippe stehen und sich daran erfreuen werden. Sie ist so toll gemacht», stimmte ihm auch Kirchenpflege-Präsident Thomas Suter zu.

Holzbildhauer Fritz Fuchs und seine Frau kamen gern zur Einweihung. Auf die Frage, wie lange er gebraut habe, um so filigrane Figuren zu schnitzen, antwortete er lächelnd: «Dafür benötige ich gar nicht so lange. Die Herausforderungen sind die Gesichtszüge, Josef beispielsweise soll väterlich, dabei aber nicht zu streng wirken, sondern eher gütig.» Peter Hochuli fügte noch hinzu, dass Fritz Fuchs der Klosterkirche das geschnitzte Schaf geschenkt hat.

Für weitere Figuren darf gespendet werden

Schön wäre es, wenn sich zur Heiligen Familie, Ochs, Esel und Schaf noch weitere Darstellungen gesellen würden, befinden die Freunde der Klosterkirche Muri sowie die Kirchenpflege. «Wer mag, darf gerne für weitere Figuren spenden», teilte der Vereinspräsident mit, «am besten ist es, wenn man sich dafür bei unserem Verein meldet.» Peter Hochuli und Thomas Suter sagten dazu: «Wir sind gespannt, auf die zukünftigen Krippenfiguren.»