Es roch nach Popcorn und frischem Holz in der Tagesstruktur «Summervogel» in Zufikon, denn am vergangenen Samstag war es endlich so weit. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Zufiker Bevölkerung einen ersten Blick auf die fertiggestellte Tagesstätte werfen. Das neue Bauwerk verzückte die grossen sowie die kleinen Besucher.

Der Prozess des Umbaus begann vor drei Jahren. Das siebenköpfige Verpflegungsteam stiess damals an die Grenze der örtlichen Möglichkeiten. Auf zwei veralteten Kochplatten mussten jeden Mittag etwa 40 Kinder bekocht werden. Das war zeitaufwendig und alles andere als effizient, und so bat die Tagesstätte schliesslich um einen Kredit für eine neue Küche. Bei der ersten Versammlung stellte die Gemeinde fest, dass dieser Kostenaufwand lediglich Symptombekämpfung bezwecke, da es nur eine Frage der Zeit gewesen wäre, bis sich die Mittagsstätte wieder an einer Kapazitätsgrenze wiedergefunden hätte.

Kostendach von 1,35 Millionen

Eine Lösung musste her. Die Beteiligten fanden diese in einer grösseren Investition. Ein Ausbau des Kindergartens schien eine geeignete Option zu sein. Im November 2014 wurde der Gemeinde eine Offerte vorgelegt. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Kostendach von 1,35 Millionen zu.

Besonders glücklich über den Ausbau zeigt sich Gemeindeammann Christian Baumann. «Der Entscheid der Bevölkerung freute mich sehr. Ein Aufwand für die Jugend ist nie falsch. Was wir hier geschaffen haben, ist für ein so kleines Dorf wahrscheinlich einzigartig.» Schmunzelnd fügt er noch hinzu: «Früher hatte ich in meinem Büro immer die Geräusche des Mittagstisches im Hintergrund. Meistens brachte dies schöne Kindheitserinnerungen in mir hoch, doch manchmal erreichte der Lärmpegel eine solche Lautstärke, dass die Kugelschreiber auf meinem Schreibtisch zu tanzen begannen. Dieser Ausbau bringt für jeden etwas Gutes mit.»

In der neuen Tagesstätte werden die Stifte wohl nicht tanzen – eine hölzerne Akustikdecke soll den Lärm unter Kontrolle halten. Dies zeigt, wie viele Gedanken sich die Architektin Cécile Treier gemacht hat. Die Kinder haben auf einer 320 Quadratmeter grossen Fläche die Möglichkeit, sich auszutoben, und bei Bedarf nach Ruhe genug Platz, um sich zurückzuziehen.

Auch Jugendtreff ausgebaut

Im Erdgeschoss finden Kindergarten und Jugendtreff Platz. Beide Organisationen wurden im Rahmen der Renovierung ebenfalls ausgebaut. Im vergangenen Jahr nutzten über 500 Jugendliche die Programme des Jugendtreffs. Aufgrund des Zuwachses war auch hier eine Vergrösserung des Raums unausweichlich. Im Gegensatz zum Mittagstisch ist der Prozess hier aber noch nicht am Ende. «Ein Jugendtreff ist nie vollendet», sagt Sozialarbeiter Franz Abächerli. So sollen die Jugendlichen unter anderem den Aufenthaltsraum mitgestalten dürfen.