Bei der Feuerwehr in Eggenwil gab es eine Zeit lang zu wenig Feuerwehrleute. Ein Grund dafür war, dass junge Mütter und Väter im Ernstfall keine Betreuungsperson für ihren Nachwuchs fanden. Die Feuerwehr reagierte – und schuf eine eigene Kinderbetreuungsgruppe. 

Seit zirka drei bis vier Jahren können Feuerwehrleute im Einsatz ihre Kinder mit ins Magazin bringen. Dort werden die Sprösslinge von einem dreiköpfigen Betreuungsteam in Empfang genommen und in eine nahegelegene Turnhalle gebracht. 

«Das ist perfekt», erzählte Thomas Hausherr, Kommandant bei der Feuerwehr Eggenwil, dem Regionaljournal Aargau/Solothurn von SRF. In der Turnhalle könne die Feuerwehr nicht nur das gesamte Material nutzen, sondern auch Toiletten und sogar eine Küche. Falls zur Nachtzeit ausgerückt werden muss, können die Kinder auf den Turnmatten schlafen. 

Das Angebot ist ein Erfolg. Es gibt wieder genug Freiwillige bei der Feuerwehr. Hausherr sagt zu SRF: «Wir haben dank der Kinderbetreuung nun auch mehr Frauen in der Feuerwehr.» Der Feuerwehr-Kinderhort bescherte Eggenwil ausserdem nicht nur einen Beitrag im Regionaljournal, sondern auch in der Schweizerischen Feuerwehrzeitung. 

Es gibt nur einen kleinen Hacken: Die Betreuungsgruppe kostet 500 Franken im Jahr und wurde erst einmal aufgeboten. Seit der Entstehung des Angebotes sei wenig in der Gemeinde passiert. Bis jetzt habe erst eine Feuerwehrfrau bei einem Einsatz ihre drei Kinder betreuen lassen. 

Der Aargauer Feuerwehrverband steht trotzdem hinter der Idee. Das Problem der Kinderbetreuung sei nämlich bekannt. Die Aargauer sind nicht die Einzigen.

Philipp Stierli vom Feuerwehrverband Solothurn glaubt ebenso an die Tauglichkeit des Feuerwehr-Kinderhorts. Auch bei grösseren Feuerwehren könnte es funktionieren, meinte er gegenüber dem Regionaljournal. Bei seinem eigenen Korps in Olten habe man sich ebenfalls schon Gedanken darüber gemacht. Doch bis jetzt habe man auch ohne Betreuungsangebot immer genügend Freiwillige gefunden. Sollte sich dies ändern, würde man vielleicht die Idee einer feuerwehreigenen Kinderbetreuung prüfen.