Die Baubewilligung liegt zwar vor. Weil es bei der Fassadensanierung nicht bloss um eine neue Farbgebung geht, will die Bauherrschaft die Arbeiten jedoch nicht im Winterhalbjahr angehen. Einsprachen hatten das Vorhaben verzögert.

Schon früh zeigten sich an der auberginefarbenen Fassade des 2009 bezogenen Neubaus Ausblühungen. Spezialisten stellten unter anderem fest, dass die Aussenwände für eine Sichtbetonfassade in Dämmbeton zu gering armiert sind. Durch Temperaturschwankungen entstehen Risse, welche die Feuchtigkeit eindringen lassen.

Um die Rissbildung zu verringern, beziehungsweise zu eliminieren, wird die ganze Gebäudehülle vom ersten bis zum dritten Obergeschoss aussen nachgedämmt und verputzt. Sämtliche wasserführenden Risse werden mit wasserdichten Fugenbändern abgeklebt. Ausserdem wird das Gebäude mit einer umlaufenden Verankerung der Fassade mit der obersten Geschossdecke zusätzlich «erdbebenertüchtigt», wie es im Baugesuch hiess.

Die Farbgebung ändert zu beige-grau und dürfte damit mehrheitsfähiger sein als der heutige, in der Bevölkerung umstrittene Farbton. Dieser hatte schon 2009 zu erheblichen Diskussionen im Dorf geführt.

Die Dorfkern Sins AG bedauert die Verzögerung bei der Fassadensanierung und versichert, dass sie sie so schnell wie möglich angehen wird; die Bewilligung dazu liegt seit Ende August vor. Die Sanierung wird unabhängig davon ausgeführt, wie der Rechtsstreit der Liegenschaftsbesitzerin mit der für die Bemessung der Statik verantwortlichen Ingenieurfirma ausgeht. Damit die Sanierung so rasch wie möglich realisiert werden könne, werde das Unternehmen dafür Vorleistungen erbringen, wurde bereits im März versichert.