Die Verbindung zwischen den Gmeinden Niederwil und Stetten ist seit Montagnachmittag gestärkt: Nach nur etwas mehr als einem Jahr Bauzeit kann der Verkehr über die neue, 100 Meter lange Stahl-Beton-Verbundbrücke rollen. Sie ersetzt die alte Reussbrücke Gnadenthal, die längst baufällig war und nun abgerissen wird.

Die neue Flussquerung liegt rund 70 Meter flussabwärts der alten und wurde am Montag von Landstatthalter Stephan Attiger, zusammen mit den Gemeindeammännern Walter Koch (Niederwil) und Kurt Diem (Stetten) offiziell dem Verkehr übergeben. Als erstes Fahrzeug passierte ein Postauto mit den Ehrengästen die neu eröffnete Verkehrsverbindung. «Für diese Fahrt habe ich ein gutes Gefühl», sagte Attiger und fügte lachend an: «Bei der alten Brücke hatte ich das langsam nicht mehr.» Die Arbeiten seien mit hoher Präzision ausgeführt worden.

Mehr Platz fürs Kloster

«Die historische Anlage, das Kloster Gnadenthal, hat jetzt mehr Platz und kommt so viel besser zur Geltung», freute sich Attiger. Zudem erfülle der Verkehrsweg jetzt wieder die aktuellen Anforderungen: «Während die alte Brücke für nicht mal 4 Tonnen ausgelegt war, sind es jetzt 40 Tonnen.» Trotzdem handle es sich um eine Verbindungsstrasse, es gebe hier keine neue Schleuse für den Schwerverkehr, versprach Attiger.

Um den Verkehr in der Region zu lenken, hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt zusammen mit den Gemeinden Niederwil und Stetten entsprechende Massnahmen ergriffen. Unter anderem wurde für die Ortsdurchfahrt Stetten ein Betriebs- und Gestaltungskonzept erarbeitet, zudem sind auf der Kantonsstrasse Fahrzeuge von maximal zwölf Metern Länge zugelassen.

Hier werden 35 Tonnen Stahl versetzt

Hier werden 35 Tonnen Stahl versetzt

18.03.2016 – Versetzungsarbeiten des letzten Stahlbauelements der neuen Gnadenthal-Reussbrücke bei Stetten. Die Arbeiten lockten einige Schaulustige an.

Der neue Flussübergang ist 6,8 Meter breit, damit ist jetzt auch ein Kreuzen für Lastwagen problemlos möglich – vorher wurde der Verkehr einspurig geführt. Dazu kommt ein Rad- und Gehstreifen mit drei Meter Breite. Zudem ist die Sicherheit bei Hochwasser gewährleistet. Insgesamt ist das Projekt auf knapp 13 Mio. Franken veranschlagt.

Mit seinem zurückhaltenden Erscheinungsbild füge sich das Bauwerk gut in die Landschaft mit dem Klosterkomplex ein und nehme Rücksicht auf die natürlichen Uferpartien und geschützten Uferbereiche, betonen die Verantwortlichen.

Die Bauarbeiten sind aber noch nicht zu Ende: Der Abriss der alten Brücke sowie die Wiederherstellung des Parkplatzes Reusspark und das Erstellen des Rückhaltebeckens dauern voraussichtlich bis Mitte nächstes Jahr. Damit kommt ein Projekt zum Abschluss, das lange geplant wurde: Denn schon vor 25 Jahren war ein Ersatz für die 1909 erbaute Stahlbrücke im Gespräch. 1990 wurde die Brücke noch einmal für eine Restlebensdauer von maximal zehn Jahren saniert. Über einen Neubau war man sich dennoch nicht einig. 2010 wurde nochmals repariert, trotzdem musste wegen des miserablen Zustands die Nutzlast von den ursprünglich bewilligten 18 Tonnen auf 3,5 Tonnen begrenzt werden. Lastwagen durften fortan keine mehr darüber verkehren, nur noch das Postauto hatte eine Erlaubnis. Im Herbst 2012 bewilligte der Grosse Rat schliesslich das Neubauprojekt.