Merenschwand

Neue Brandserie: Der Feuerteufel vom August ist wieder auf freiem Fuss

Die neue Brandserie in Merenschwand bleibt ungeklärt. Der 22-jährige, der im Sommer in der Gemeinde drei Brände gelegt hat, ist laut Staatsanwaltschaft wieder auf freiem Fuss. Es gebe keine Hinweise, dass er wieder zugeschlagen hat, schreibt die Staatsanwaltschaft der AZ.

Die Unsicherheit im Dorf geht weiter. Nachdem es diese Woche dreimal in Merenschwand gebrannt hat, zweimal davon klar durch Brandstiftung, hat die Bevölkerung gehofft, der Täter sei gefasst. Denn die Staatsanwaltschaft hat am Montag, in der zweiten Brandnacht, einen möglichen Verdächtigen festgenommen.

Es handelte sich um den 22-jährigen Schweizer, der im August zusammen mit seiner 17-jährigen Freundin bereits drei Brände im Dorf gelegt und dies auch kurze Zeit später gestanden hat. Seit November war er wieder auf freiem Fuss.

Doch nun muss die Staatsanwaltschaft den Merenschwanderinnen und Merenschwandern die Hoffnung nehmen. «Wir haben keine Hinweise darauf, dass er mit den aktuellen Bränden etwas zu tun hat. Er befindet sich wieder auf freiem Fuss», schrieb Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch kurz nach 15 Uhr.

Ebenso sieht es bei seiner 17-jährigen Freundin aus, die im August mit ihm zusammen für die drei Brände in der Kistenfabrik, einem Waldhaus und einer Thuja-Hecke verantwortlich war. «Auch in Bezug auf die Jugendliche haben wir keine Hinweise», bestätigt Strebel weiter.

Verdächtiges sofort der Polizei melden

Neue Verdächtige scheint die Staatsanwaltschaft leider noch nicht zu haben. Strebel schreibt: «Die Ermittlungen gegen unbekannte Täterschaft laufen intensiv weiter.» Das bestätigt auch Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei: «Wir sind uns dessen bewusst, dass so schwere Delikte Unsicherheiten in der Bevölkerung auslösen können. Die Gemeindebehörden, Kantons- und Regionalpolizei stehen in engem Kontakt. Die Polizei hat bereits seit Dienstag ihre Präsenz in der Gemeinde durch vermehrte Patrouillen erhöht.»

Sie seien aber auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen: «Wenn jemandem etwas Verdächtiges auffallen sollte, dann soll er oder sie möglichst sofort den Polizeinotruf 117 wählen. Lieber einmal zu viel als zu wenig», betont Pfister.

Feuerwehr ist in erhöhter Alarmbereitschaft

Auch die Feuerwehr Merenschwand ist in erhöhter Alarmbereitschaft und in stetem Kontakt mit Gemeinde und Polizei. «Wir patrouillieren aber nicht, das macht die Polizei», sagt Patrick Fischer, Kommandant der Feuerwehr Merenschwand, auf Anfrage.

«Dennoch haben wir uns so eingerichtet, dass wir Zeit sparen können, falls es wieder zu einem Alarm kommen sollte.» Genaueres zum Vorgehen der Feuerwehr möchte er nicht preisgeben.

Nur so viel: «Alles ist mit der Polizei abgesprochen.» Er hofft stark, dass die Brände bald aufhören, beziehungsweise der Täter gefasst werden kann, denn auch für die Feuerwehr ist es eine schlimme Situation. Doch bisher hat das Korps sehr gut gearbeitet, wie auch Kapo-Sprecher Pfister schon am Dienstag bestätigte.

Dennoch bleibt die Angst in Merenschwand. Die verkohlten Überreste des ältesten Hauses, das am Sonntag bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist, ragen in den Himmel über dem Dorf, es riecht weit herum nach verkohltem Holz. Immer wieder spazieren Leute an der Brandruine vorbei. Die Kinder fragen, was hier passiert ist. Die Mütter haben Mühe, die richtigen Antworten zu finden. Vor allem auf die Frage: Warum?

Meistgesehen

Artboard 1