Freiamt

Neue Blaskapelle: Die Sorgenbrecher machen rezeptfrei gute Laune

Der Name der Blaskapelle rührt vom gleichnamigen Musikstück her. Dominic Kobelt

Der Name der Blaskapelle rührt vom gleichnamigen Musikstück her. Dominic Kobelt

Freiämter Musikvereine kämpfen um Mitglieder, trotzdem werden auch neue Formationen gegründet. Jüngstes Beispiel: die Blaskapelle Sorgenbrecher, die in Wohlen proben. Sie haben Mitglieder auch aus Bern, Zürich oder Luzern.

Viele Neugründungen im Musikbereich gehen bachab. Hinzu kommt, dass viele Musikgesellschaften über Mitgliederschwund klagen. Trotzdem haben zwölf Musikantinnen und Musikanten und ein Gesangsduo zusammengefunden.

Für Marc Wicki von der Blaskapelle Sorgenbrecher ist das kein Widerspruch: «Ich möchte nicht nur Schweizer Märsche und Polkas spielen, obwohl es auch in dem Bereich schöne Stücke gibt.» Bei den Sorgenbrechern sind «böhmische Literatur und Highlights der unterhaltenden Blasmusik» angesagt. Die meisten Mitglieder sind auch noch in anderen Formationen anzutreffen. «Deshalb nehmen wir auch keinem Verein Mitglieder weg – wir sind einfach diejenigen, die noch etwas angefressener sind», sagt Wicki.

Dass die Sorgenbrecher erfahrene Musikantinnen und Musikanten sind, erkennt man schon daran, dass sie momentan nur einmal pro Monat zusammen proben – geübt wird zu Hause. Es sei schwierig, einen Probetag zu finden, weil die Mitglieder mit Proben und Auftritten aus den Stammvereinen recht ausgelastet seien, sagt
Wicki. Trotzdem möchte man sich später zweimal pro Monat treffen.

Erster Auftritt nach fünf Proben

Als Probelokal dient der Sternensaal in Wohlen. «Wir haben Leute aus Bern, Solothurn, Zug , Zürich, Luzern und natürlich aus dem Freiamt. Hier ist der ideale Ort, um uns zu treffen», erklärt Wicki. Der Sternensaal ist zwar recht klein – es wurde aber noch kein anderes Probelokal gefunden, das der Blaskapelle kostenlos zur Verfügung stehen würde. Darauf sind die Sorgenbrecher angewiesen, das Geld aus den Auftritten ist höchstens ein Unkostenbeitrag an die Noten und den Unterhalt der Instrumente.

Die Formation, die bereits nach fünf Proben ihren ersten Auftritt hatte, trifft sich seit Anfang dieses Jahres. Der Name der Blaskapelle rührt von einem gleichnamigen Musikstück her, «und nicht etwa von einem Psychopharmakum», sagt Posaunist Emil Erzberger lachend, «obwohl auch wir natürlich gute Laune machen.» Die Mitglieder sind nicht nur regional verteilt, auch altersmässig herrscht Durchmischung: Der Jüngste ist 22 Jahre alt und die Ältesten sind «bereits pensioniert», wie es unter Musikanten freundlich umschrieben wird.

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