Bei diesem Sommerwetter schaut derzeit kaum einer grimmig drein. Für jene, die aber doch eine Falte an der Nasenwurzel spüren, gibt es ab heute eine Adresse: Wer das Pot au Feu, das kleine dreieckige, orange Häuschen samt Ausstellungsraum an der Brühlmattenstrasse 26 in Fischbach-Göslikon, betritt, wird von so viel bunter Lebensfreude angestrahlt, dass sich die Mundwinkel wie von selbst nach oben schieben. Und das nicht etwa von überschwänglichen Leuten, die einen bei schlechter Laune ja auch überfordern könnten, sondern von stillen, beruhigend bewegungslosen und doch fröhlichen Objekten. Kräftige Farben, die trotz ihrer Strahlkraft harmonisch wirken. Genau das will der Bremgarter Peter «Pe» Spalinger, der sie entworfen und umgesetzt hat, bewirken: «Es geht mir um die Farben und Formen, aber auch darum, dass die Farb- und Formsysteme sinnvoll in Einklang sind.»

Die bunten Objekte sind der Eyecatcher der Ausstellung, die heute Vernissage feiert. Doch auf den zweiten Blick entdeckt man viel mehr: An der rechten Wand steht, liegt und hängt auf und über schwarzen Tischen fantasievoll gearbeiteter Schmuck aus Silber und anderen Materialien. Auf der linken Seite des Raums sind an hohen Stelen Fotoausschnitte zu betrachten. Die kreativen Köpfe hinter den Werken? Das ist das Spezielle an dieser Ausstellung im Pot au Feu: Es sind Pe Spalingers Kinder, die Goldschmiedin Sara Spalinger Muttner und der Grafiker und Hobby-Fotograf Nick Spalinger. «Für mich ist es ganz speziell, zusammen mit meinen Kindern ausstellen zu können. Man merkt, dass wir alle ganz eigene Ideen haben, aber doch den Fokus auf klare Formen und Farben legen», freut sich der 71-Jährige.

«Für mich ist es eine Ehre»

Für Nick Spalinger ist es die allererste Ausstellung, er ist normalerweise eher als Musiker auf Troubadour-Bühnen anzutreffen. «Für mich ist es eine Ehre, mit meinem Vater und meiner Schwester ausstellen zu dürfen, die beide ihr Handwerk unglaublich gut verstehen», erklärt er. «Ich selber bin kein Fotograf, sondern fotografiere einfach sehr gerne. Manchmal muss ich ein Detail unbedingt festhalten, selbst wenn es nur gestapelte Verkehrsabsperrungen, bröckelnder Putz oder Plastikflaschen sind.»

Seine Schwester Sara hingegen ist Ausstellungen gewohnt. Sie arbeitet in Zürich als Goldschmiedin und hat Spass, mit Materialien zu experimentieren. Dass sie beispielsweise winzige Häkelarbeiten als Vorlage für Silberohrringe aufgreift oder Ringe aus alten Skateboard-Brettern hergestellt hat, bevor dies in Mode kam, beweist ihre Kreativität.

Nicht extra für die Ausstellung

Doch wie kommt es, dass die drei Spalingers zusammen eine Ausstellung machen? «Uns wäre das nicht in den Sinn gekommen», lacht Pe. Nick stimmt ihm zu, wenn sein Vater sagt: «Ich hatte mit meinen Werken nie das Ziel, sie auszustellen. Das Spannende ist für mich der ganze Prozess der Herstellung.» Er hat 1975 einmal eine Ausstellung auf Anfrage eines Freundes gemacht. Seine Werke kennt man hingegen vom Kellertheater Bremgarten, aber auch die Skulptur vor dem Volg in Sarmenstorf oder das Wegkreuz bei der Schule Büttikon sind frühe Werke von ihm.

Die Idee für die Ausstellung kam von Martin Hufschmid, dem das Pot au Feu zusammen mit seiner Frau Anna Stöcklin gehört. «Bei einer Ausstellung fragte er mich, ob ich mit meinen Kindern hier ausstellen möchte. Ich fand die Idee spannend, war aber sehr überrascht», so Pe. Nick fügt grinsend hinzu: «Uns ging es genauso, aber natürlich waren wir dabei.» Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis die Ausstellung bereit war. Nun freuen sich die drei Künstler – die sich allerdings nie als solche bezeichnen würden – und die Inhaber auf die heutige Vernissage.

Vernissage: 18. August, 15 bis 19 Uhr. Ausstellung: 18. August bis 8. September, jeweils Samstag (14 bis 19 Uhr) und Sonntag (13 bis 17 Uhr). Pot auf Feu, Brühlmattenstrasse 26, Fischbach-Göslikon.

Infos unter www.pot-au-figoe.ch