Sarmenstorf

Neubauprojekt beim ehemaligen Gasthof Ochsen ist durch eine Einsprache blockiert

Das Bild der Fassade des ehemaligen Gasthofs Ochsen soll sich durch das Umbauprojekt nicht markant verändern. Archiv/Toni Widmer

Das Bild der Fassade des ehemaligen Gasthofs Ochsen soll sich durch das Umbauprojekt nicht markant verändern. Archiv/Toni Widmer

Vor zwei Jahren hat der Sarmenstorfer Gemeinderat die Baubewilligung für den Umbau des ehemaligen Gasthofs Ochsen in ein Mehrfamilienhaus erteilt. Jetzt ist ein weiteres Gutachten zum Ortsbild nötig.

Vor bald zwei Jahren hat der Gemeinderat Sarmenstorf die Baubewilligung für den Umbau des über 400 Jahre alten ehemaligen Gasthofs Ochsen in ein Mehrfamilienhaus erteilt. 2018 bewilligte er auch den zweiten Teil des Projekts der Renova Real Estate GmbH, Villmergen. Anstelle der alten Scheune hinter dem «Ochsen» soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Weiter will die Bauherrin den alten, 1897 angebauten Saaltrakt abbrechen und dort Gemeinschaftsräume realisieren, die von allen künftigen Bewohnern der Überbauung genutzt werden können. Architekt Stefan Hegi hat ein städtebauliches Ensemble gestaltet, das gegen die Marktstrasse hin offen ist. So, wie es das in Sarmenstorf laufende Pilotprojekt «Fokus öffentlicher Raum» vorsieht.

Zweites Gutachten nötig

Der ehemalige Gasthof Ochsen war eine der ältesten Tavernen im Freiamt, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1606 (siehe Box unter Bild). Das historische Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, ist aber im Inventar der schützenswerten Bauten als Kulturobjekt aufgeführt.

Die daraus resultierenden Vorgaben wurden bei der Projektierung des Umbaus berücksichtigt: Das Bild der Fassade wird sich nicht markant verändern, bei der Bewilligung von Balkonen, der Gestaltung der östlichen Fassade im Giebelbereich sowie einer Lukarne im Dach ist die Bewilligungsbehörde jedoch entsprechende Kompromisse eingegangen.

Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens musste die Bauherrin ein externes Fachgutachten zur städtebaulichen Gestaltung und Eingliederung ins Ortsbild in Auftrag geben. Das Resultat war offenbar positiv, denn unter anderem (auch) darauf gestützt, hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Einwendungen zum Baugesuch abgewiesen und die Baubewilligung erteilt.

Dagegen hat ein Anwohner Einsprache beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt erhoben. Die Realisierung der Überbauung wird dadurch erheblich verzögert. Laut Architekt Stefan Hegi wird der kantonale Ortsbildschutz jetzt ein zusätzliches Gutachten zur Verträglichkeit des Bauprojekts in Auftrag geben. Bis ein solches vorliege, dürfte einige Zeit vergehen.

Baubewilligung läuft ab

Ende Mai läuft jedoch die in Rechtskraft erwachsene Baubewilligung für den ersten Teil des Projekts – den Umbau des ehemaligen Gasthofs – ab. Ursprünglich hatte die Renova Real Estate GmbH geplant, Um- und Neubau in einem Zug zu verwirklichen. «Das wäre aus logistischen Gründen deutlich einfacher und kostengünstiger», sagt dazu Till Rageth, der zusammen mit Paul Markwalder die Liegenschaft gekauft hat, nachdem der «Ochsen» 2014 seine Türen für immer geschlossen hat.

«Wenn wir die Baubewilligung für den zweiten Projektteil nicht innert nützlicher Frist erhalten, müssen wir den Umbau des Gasthofs vorziehen, damit die Baubewilligung nicht verfällt», sagte Rageth weiter. Nach wie vor seien Markwalder und er vom Projekt überzeugt: «Letztlich geht es uns darum, das historische Gebäude für das Ortsbild zu erhalten und einen Neubau zu realisieren, der in die Umgebung passt und dem Dorf gut ansteht.» Er sei zuversichtlich, dass bald auch für den Neubau eine rechtskräftige Baubewilligung vorliege, erklärte Till Rageth.

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Autor

Toni Widmer

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