Stetten/Niederwil

Neubau der Reussbrücke verzögert sich

So könnte die neue Reussbrücke Gnadenthal dereinst aussehen. Die Stahl-Beton-Verbundbrücke soll über zwei Fahrspuren und einen kombinierten Rad- und Gehweg verfügen. zvg

So könnte die neue Reussbrücke Gnadenthal dereinst aussehen. Die Stahl-Beton-Verbundbrücke soll über zwei Fahrspuren und einen kombinierten Rad- und Gehweg verfügen. zvg

Die Verzögerung des Brückenbaus im Gnadenthal kommt aber nicht allen Gemeinden ungelegen. IN Stetten etwa hofft man noch immer, dass die Umfahrung in Mellingen realisiert wird, ehe die neue Reussbrücke Gnadenthal steht.

Wäre es nach den ursprünglichen Plänen des Kantons gegangen, hätte mit dem Bau der neuen Reussbrücke Gnadenthal spätestens in zwei Jahren begonnen werden sollen. Doch diese Pläne sind nicht mehr aktuell, wie dem «Reussboten» zu entnehmen ist.

Auf Anfrage bestätigt Mauro Spada, Projektleiter des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU): «Diesen Fahrplan können wir nicht mehr einhalten.» Als Gründe nennt Spada vertiefte Grundlagenabklärungen, die mit den Gemeinden und dem Verein Gnadenthal noch durchgeführt werden müssten.»

Spada betont aber, dass am ursprünglichen Brückenprojekt – wenn überhaupt – nur Details geändert würden. Wann der Bau der neuen Brücke in Angriff genommen werde, sei noch offen. «Bis Mitte dieses Jahres soll das generelle Projekt vorliegen. Die weiteren Termine verschieben sich dementsprechend.» Spada rechnet damit, dass der Bau am Ende mit 5 bis 10 Millionen Franken zu Buche schlagen wird. Kosten, die zu einem grossen Teil der Kanton übernehmen wird.

Stetten «Wir befürchten ein Chaos»

«Diese Verzögerung kommt uns nicht ungelegen», sagt Kurt Diem, Gemeindammann von Stetten. Diem hofft noch immer, dass die Umfahrung in Mellingen realisiert wird, ehe die neue Reussbrücke Gnadenthal steht. «Wird zuerst die Reussbrücke Gnadenthal gebaut, verkommt die Strecke zwischen Stetten und Niederwil zum Schleichweg; verbunden mit einer starken Zunahme des Individualverkehrs», befürchtet Diem.

Doch nicht nur der Individualverkehr bereitet Diem Kopfzerbrechen, sondern insbesondere auch der Schwerverkehr. «Ich kann damit leben, dass eine Brücke mit zweispuriger Fahrbahn gebaut werden soll. Aber es muss gewährleistet sein, dass keine 40-Tönner über die Brücke fahren dürfen.» Diem denkt dabei an Gewichts- oder Achsenbeschränkungen für Lastwagen oder eine Einschränkung auf Zubringerdienst, wie das bei der Aarebrücke Vogelsang der Fall sei. «Ohne Einschränkungen gibt es im Dorf ein Chaos», ist Diem überzeugt. Schon jetzt gebe es im Dorf zwei kritische Nadelöhre, wo sich jeweils ein Rückstau bilde.

Diem verspricht: «Wir werden uns in Aarau für die Interessen unserer Bevölkerung einsetzen.» Immerhin: An die Baukosten müsste Stetten fast nichts beitragen, da sich der Strassenabschnitt bei der Brückenzufahrt ausserorts befindet.

Niederwil: «Kein linker Radweg»

Anders präsentiert sich die Situation bei der Nachbargemeinde Niederwil. An den Strassenausbau müsste Niederwil rund 260000 Franken beisteuern, weil sich der Strassenabschnitt innerorts befindet. Trotzdem gibt es in Niederwil weniger Vorbehalte: «Wir begrüssen die neue Brücke», sagt Gemeindeammann Walter Koch. Dies umso mehr, als der Kanton auf die Niederwiler Forderung eingegangen sei, die Brücke flussabwärts zu verschieben.

Einzig beim Radweg gebe es noch einen Vorbehalt. «Von Niederwil her kommend, wollen wir den Radweg nicht wie vom Kanton geplant auf der linken, sondern auf der rechten Brückenseite», fordert Gemeindeammann Koch.

Aufwertung für den Reusspark

Thomas Peterhans, Reusspark-Direktor und Vorstandsmitglied des Vereins Gnadenthal, hätte einen Baustart in den nächsten zwei Jahren
begrüsst. «Nachdem der Verein entschieden hat, das Restaurant Gnadenthal zu sanieren, wäre es ideal gewesen, mit dem Bau der Brücke gleich nach Abschluss der Restaurantsanierung zu beginnen.» Dadurch hätte man die Parkplatzsituation sofort bereinigen können.

«Die neue Brücke bedeutet für den Reusspark und das Restaurant Gnadenthal eine Aufwertung», ist Peterhans überzeugt. «Die Strasse kommt weg vom Kloster und die Restaurantbesucher müssen nicht mehr über die Strasse gehen, um zum Parkplatz zu gelangen. Doch auch er hofft auf Einschränkungen für 40-Tönner. «Ansonsten erwarte ich nicht viel Mehrverkehr wegen der Umfahrung in Mellingen.» Viel eher beschäftigt Peterhans: «Was, wenn uns die bestehende Brücke beim nächsten Hochwasser weggespült wird?»

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