Muri
Neu trifft auf alt: Der Pflegi-Neubau gefällt auch dem Denkmalpfleger

Das Badener Architekturbüro Meier/Leder hat die Jury im Projektwettbewerb überzeugt. Die Architekten präsentieren einen Entwurf, der sich trotz seines modernen Designs gut in die Umgebung einfügt.

Jörg Baumann
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Der Neubau fügt sich mit einem Walmdach gut in die Umgebung des Klosters ein.

Der Neubau fügt sich mit einem Walmdach gut in die Umgebung des Klosters ein.

Visualisierung Architekturbüro Meier/Leder

Das Architekturbüro Rolf Meier/Martin Leder aus Baden darf den Neubau der Pflegi Muri bauen. Darin werden drei Pflegeabteilungen mit 46 Einbett- und vier Zweibettzimmern, die Wäscherei und die Spitex Muri untergebracht. Ob im neuen Haus auch die Kindertagesstätte Wichtelburg Platz hat oder ob sie im Hedigerhaus untergebracht wird, ist laut Pflegi-Direktor Thomas Wernli noch offen.

Mehr Komfort für Bewohner

Der Neubau kommt ins national geschützte Ensemble mit der Klosterkirche und dem – zum grossen Teil von der Pflegi belegten – Klosterkomplex zu stehen. An diesem Ort stand bis 1949 der Gasthof Löwen. Das war das Weibergästehaus des Klosters. Es wurde später durch das weniger prächtige, aber zweckdienliche Ökonomiegebäude ersetzt.

Diese Liegenschaft sei sanierungsbedürftig, stellte Pflegi-Präsident Franz Hold vor vielen interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern bei der Präsentation der sechs Vorprojekte fest. 32 Vorschläge wurden eingereicht.

Für die Pflegi gehe der Trend eindeutig in die Richtung, mehr Zimmer mit nur zwei Betten oder noch besser nur einem Bett zu planen. «Mehr Komfort und mehr Platz – damit richten wir uns nach der Marktlage in der Pflegeheimlandschaft», sagte Hold. Aber es gebe auch nach dem Bezug des Neubaus nicht mehr Zimmer in der Pflegi.

Die von den Badener Architekten Rolf Meier und Martin Leder eingereichte und letztlich siegreiche Projektstudie überzeugte auch den kantonalen Denkmalpfleger Reto Nussbaumer. Im Klosterbezirk seien hohe Anforderungen an den Umgebungsschutz angesagt.

Infrage komme sicher eine «Architektur von heute», aber eine, «die zurückhaltend ist, optisch nicht laut und die Bauten in der Nachbarschaft nicht erschlägt». Diese Kriterien erfülle der Vorschlag der Architekten aus Baden, zumal die Architekten das Haus mit einem in diese Umgebung passenden Walmdach eindecken wollen.

Kein neues Restaurant

Die Pflegi habe bei der Planung des Neubaus «ein sportliches Tempo» vorgelegt, meinte Nussbaumer. Das sei dann aber trotzdem «kein Schnellschuss», entgegnete der Baukommissionspräsident Thomas Räber. Die ersten Vorarbeiten für den Studienauftrag habe die Pflegi 2011 ausgelöst und sich Schritt um Schritt bis zur Jurierung der Vorschläge voran gearbeitet. Obwohl der Neubau den Arbeitstitel den Namen «Löwen» trage, gebe es darin kein neues Restaurant, präzisierte Räber.

Projektierungsphase wird lanciert

Der beigezogene Bauherrenberater Oliver Dirr von der Firma Brunnschweiler + Heer AG (Zürich und Zug) erläuterte das bisher abgewickelte Verfahren. Als nächstes soll aus dem Studienauftrag ein solider Bauauftrag ausarbeitet und die Projektierungsphase lanciert werden. In betrieblicher Hinsicht ortete die Jury noch Optimierungsbedarf.

Zudem müssen die formale Ausbildung des Sockels am Nordklosterrain und die Gliederung der Fassade überprüft werden. Die von den Badener Architekten präsentierte Lösung sei indessen «ortsbaulich solid und architektonisch tragfähig», befand die Jury.

Bezug in drei Jahren

Nun wird die Baukommission gebildet. Die Baueingabe für den Neubau soll in der ersten Hälfte 2015 erfolgen, der Bezug ist für 2017 geplant. Für die im Ökonomiegebäude angesiedelten Dienste werden während der Bauarbeiten Ausweichmöglichkeiten gesucht. Der Neubau kostet laut Thomas Räber einen zweistelligen Millionenbetrag. Es sei allerdings noch zu früh, um genauere Zahlen nennen zu können, sagte er.