Beinwil
Neu muhen die Kühe nur an einem Tag

Die traditionelle Horba-Viehausstellung wird schlanker und findet am 23. September 2017 statt.

Eddy Schambron
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Sie bereiten die Horba 2017 vor: Raphael Vollenweider, Benzenschwil, Hugo Abt, Rottenschwil (Präsident), Mirjam Zumbühl, Hallwil, Cyrill Gauch, Bettwil, Adrian Rüttimann, Abtwil, Beni Wüst, Habsburg, Gottlieb Furrer, Waldhäusern (von links). Es fehlen Petra Gasser, Brugg, und Hugo Gürber, Waltenschwil. Die schöne Braune in der Mitte heisst Julie. ES

Sie bereiten die Horba 2017 vor: Raphael Vollenweider, Benzenschwil, Hugo Abt, Rottenschwil (Präsident), Mirjam Zumbühl, Hallwil, Cyrill Gauch, Bettwil, Adrian Rüttimann, Abtwil, Beni Wüst, Habsburg, Gottlieb Furrer, Waldhäusern (von links). Es fehlen Petra Gasser, Brugg, und Hugo Gürber, Waltenschwil. Die schöne Braune in der Mitte heisst Julie. ES

Eddy Schambron

Die Horba 2017, die kantonale Viehausstellung auf dem Horben, wird kleiner, behält aber den Kern ihres Zwecks, nämlich das Braunvieh zu fördern und das Image der Bauern zu verbessern. Anders als früher wird die Horba nicht mehr an drei Tagen, sondern nur noch an einem Tag durchgeführt, und zwar 23. September 2017.

«Die alle zehn Jahre durchgeführte Horba wird ihren Stellenwert behalten, aber mehr als traditionelle Viehschau aufgezogen», sagt OK-Präsident Hugo Abt. «Mit der Viehausstellung wollen wir eine Tradition und ein Kulturgut der Schweiz erhalten und in die Moderne führen.»

Der Aufwand vor zehn Jahren war gross: An drei Tagen wurden die schönen Braunen auf dem Horben präsentiert, bewertet und prämiert. Zudem gab es ein beachtliches Unterhaltungsangebot. «Wir haben schon vor neun Jahren, nach der Horba 2007, gesagt, dass wir den Aufwand reduzieren müssen», erklärt Abt. Deshalb wird die Horba im nächsten Jahr nur noch eintägig sein.

«So können wir die Zeltaufbauten sparen und den Personalaufwand markant reduzieren, weil die Kühe auf dem Horben nicht mehr drei Tage gefüttert und gemolken werden müssen.» Ausserdem seien Bauern zunehmend nicht mehr bereit, Tiere gleich für drei, vier Tage aus dem Stall zu geben.

Über 100 Tiere

«Wir werden nun die Horba wie eine traditionelle Viehschau durchführen.» Das heisst, die Tiere werden draussen angebunden und dort auch von den Fachleuten begutachtet und prämiert. Zudem wird ein klassischer Ring für die Präsentation zur Verfügung stehen.

Es werden wohl über 100 Tiere sein, die auf den Horben geführt werden. Sie werden nicht mehr über eine Vorschau selektioniert. Jeder Züchter kann diejenigen Tiere aufführen, die er möchte und so viele, wie er will. «Wir rechnen mit mehr Tieren als bei den früheren Anlässen.

Vor allem erwarten wir mehr Jungvieh.» Es wird einen Betriebscup geben, einen Schöneuterwettbewerb, einen Kälberwettbewerb für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren und selbstverständlich die Miss-Wahlen. «Der Höhepunkt wird die Wahl der Miss Horba sein», verspricht Beni Wüst, im OK zuständig für die Viehausstellung. Selbstverständlich sind Festwirtschaft, Info- und Werbestände, Streichelzoo und Abendunterhaltung.

Keinen Eintritt mehr

An der letzten Horba wurde Eintritt verlangt. Das entfällt jetzt auch. Aufgegeben wird die Führung ganzer Schulklassen durch die Ausstellung, was früher jeweils am Freitag stattfand. Mit dem Verzicht auf Eintritt fallen für die Organisatoren der Aufwand für die Einzäunung des Areals, der Billettverkauf und die Kontrollen weg.

Sie sind trotzdem zuversichtlich, dass sie auf ihre Rechnung, das heisst zumindest auf eine schwarze Null, kommen werden: «Wir haben an der Ausstellung jeweils viele Besucherinnen und Besucher aus der nichtbäuerlichen Bevölkerung», weiss Abt. «Statt Eintritt zu zahlen wird vielleicht etwas mehr konsumiert.» Zudem wird jetzt das Sponsoring an die Hand genommen. «Wir können auf treue Partner zählen.»

Nur alle 10 Jahre

Die erste Horba, die kantonale Viehausstellung des Verbandes Aargauischer Braunviehzuchtgenossenschaften, fand 1977 statt. Seither wird sie alle zehn Jahre auf dem Horben durchgeführt.

Zu früheren Zeiten wurden im Aargau Genossenschaftsausstellungen, Zuchtstiermärkte und Viehbeurteilungen auf den Betrieben organisiert. Viehschauen auf kantonaler Ebene gab es zu dieser Zeit noch nicht. Der Verband Aargauischer Braunviehzuchtgenossenschaften wollte deshalb eine Plattform schaffen, wo sich alle seine Mitglieder mit Tieren bei einer Ausstellung messen konnten.

Zudem wollte man einer breiten Öffentlichkeit die Arbeit der Aargauer Braunviehzüchter präsentieren. Im Aargau gibt es rund 200 Braunviehbetriebe mit 4500 Herdenbuchtieren. Diese sind in neun Braunviehzuchtbetrieben organisiert.

Alle bisherigen vier Anlässe auf dem Freiämter Hausberg Horben fanden jeweils an einem Wochenende im September im Rahmen einer dreitägigen Ausstellung statt. (es)

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