Muri
Neu: Das Duell der Guggenmusiken

Gängelis wollen die Fasnacht mit einer zusätzliche Attraktion bereichern und eine neue Tradition schaffen.

Eddy Schambron
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Patrick Berger, Célina Schüpfer, Adi Businger (von links) und Linus Staubli wollen im Klosterhof mit dem Guggen-Duell eine neue Tradition schaffen. ES

Patrick Berger, Célina Schüpfer, Adi Businger (von links) und Linus Staubli wollen im Klosterhof mit dem Guggen-Duell eine neue Tradition schaffen. ES

Eddy Schambron

Neue Ideen braucht auch das Fasnachtsland: Vor dem Gängeliball am Schmutzigen Donnerstag, 23. Februar, organisieren deshalb Célina Schüpfer, Patrick Berger, Andi Businger und Linus Staubli das 1. Guggen-Duell. Das ist so etwas wie das Aufheizen der Fasnächtler für den nachfolgenden Fasnachtsball. «Man muss innovativ sein, damit man die Leute bei der Stange hält und neues Publikum dazugewinnt», sagt Businger. Das jetzt angesagte Guggen-Duell ist weit über die Region hinaus einzigartig.

Die Idee entstand zufällig: Die beiden Murianer Guggenmusiken Gängeli und Stiefeliryter standen in der Arena in der Schulanlage gegenüber. Die Stiefeliryter spielten ein Lied, und gleich darauf setzten die Gängeli spontan ein. Und so ging das ungeplante Duell oder musikalische Pingpong weiter, sehr zur Freude der Musiker und des Publikums. «Es kam eine ungeheure Stimmung auf, es war ein magischer Moment», sagt Businger im Rückblick.

Genau das wollen die Organisatoren nun mit dem Guggen-Duell vor dem eigenen Gängeli-Ball wieder erreichen. Ab 18 Uhr treten verschiedene Guggenmusiken gegeneinander an, sieben haben sich angemeldet. Älteren Guggenmusikern kommt dies möglicherweise bekannt vor: «Vor vielen Jahren spielten Gängeli und Stiefelryriter im alten Adlersaal gegeneinander an», hat der 24-jährige Businger erzählen gehört. Vielleicht schwelgen diese am Schmutzigen Donnerstag auf dem Klosterhof in Nostalgie. Den Gängeli soll es recht sein, sie wollen nämlich ihren Ball einem breiten Publikum beliebt machen. «Ü40» geniesst sogar freien Eintritt.

Auch ein «Lehrgang»

Die Organisation des Guggen-Duells ist aber auch ein kleiner Lehrgang. In zwei, drei Jahren wird wieder das berühmte und beliebte Monster-Konzert durchgeführt. Mit dem Guggen-Duell können die Organisatorinnen und Organisatoren schon einmal etwas üben. «Schon das Guggen-Duell und die Planung der Auftritte am Gängeliball sind recht aufwendig», weiss Célina Schüpfer. Insgesamt werden 13 Guggenmusiken, die erste um 20.15 Uhr, die letzte im 2 Uhr, auftreten. Daneben sind die Gängeli als Formation selber sehr gefragt: In 20 Tagen werden sie gegen 30 offizielle Auftritte absolviert haben. «Wir engagieren uns auch für die Murianer Fasnachtsgesellschaften, uns ist die Fasnacht im Dorf wichtig», erklärt Businger. «Party ist überall und beinahe jederzeit, unsere Fasnacht aber ist offen für alle und alle Altersgruppen. Das wollen wir fördern», unterstreich Patrick Berger.
Der Gängeliball ist mit jeweils rund 900 Besucherinnen und Besuchern der kleinste Fasnachtsball in Muri. Das hat verschiedene Gründe. Einerseits liegt es am Datum. «Am Schmutzigen Donnerstag gibt es Konkurrenz, zum Beispiel zieht es viele an den Urknall in Luzern am frühen Morgen. Viele sind dann zu müde, um abends noch an unseren Ball zu kommen», weiss Businger. Andererseits ist der «SchmuDo» unter der Woche, das heisst, oft ruft die Arbeit am Freitag. Das hält den einen oder anderen ab, an die Fasnacht zu gehen. «Am Wochenende sind die Fasnachtsanlässe tendenziell natürlich besser besetzt, aber wir werden unser Publikum trotzdem haben und hoffentlich mit dem Guggen-Duell neues dazugewinnen», geben sich die Organisatorinnen und Organisatoren zuversichtlich. Dieses Jahr neu ist auch die Altgängeli-Bar, in der alle Guggenmusiker aus früheren Jahren und andere eingefleischte Fasnächtler bis in die Morgenstunden zu Evergreens singen und tanzen können.