Wohlen
Natur im Siedlungsraum: So soll das Dorf für alle attraktiver werden

Die Gemeinde Wohlen will beim Thema Natur im Siedlungsraum als gutes Beispiel vorangehen.

Andrea Weibel
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Kathrin Ruprecht (Naturama), Andrea Fuchs (Natur- und Vogelschutzverein Wohlen), Florian Meier (Werkhof), Roger Isler (Leiter Umwelt und Energie, Gemeinde Wohlen) und Ammann Arsène Perroud (von links) freuen sich übers bunte Projekt.

Kathrin Ruprecht (Naturama), Andrea Fuchs (Natur- und Vogelschutzverein Wohlen), Florian Meier (Werkhof), Roger Isler (Leiter Umwelt und Energie, Gemeinde Wohlen) und Ammann Arsène Perroud (von links) freuen sich übers bunte Projekt.

Andrea Weibel

«Viele Leute haben das Gefühl, wenn ein Garten sehr grün ist, sei er auch naturnah. Das ist leider nicht so, exotische Pflanzen bringen unserer Natur oft gar nichts», fasst Andrea Fuchs vom Natur- und Vogelschutzverein zusammen. Aus diesem Grund freut sie sich sehr über die Aktion «Natur findet Stadt» des Kantons, bei dem sich die Gemeinde Wohlen neben Aarau und Mellingen als Testgemeinde zur Verfügung stellt. Es geht darum, die vielen Möglichkeiten von naturnaher Bepflanzung innerhalb des Siedlungsgebietes optimal zu nutzen.

Kathrin Ruprecht, Projektleiterin des Naturamas, erklärt: «In den Dörfern und Städten gibt es überall Grünflächen oder Rabatten, die als Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren dienen können – wenn dort anstelle von Exoten einheimische Pflanzen wachsen.» Doch nicht nur für die Tiere sei es schön, Blumenwiesen statt Rasen zwischen den Häusern vorzufinden. «Auch für die Bewohner ist es viel spannender, Schmetterlingen und Bienen zuschauen zu können oder sich an den Blumen zu erfreuen – für Kinder wie auch für Erwachsene.»

Jeder Garten hat Potenzial

In Wohlen rennt Ruprecht mit diesen Argumenten offene Türen ein. Gemeindeammann Arsène Perroud bestätigt: «In unserem Leitbild heisst es, dass wir unsere ökologische Verantwortung wahrnehmen und naturnahe Erholungsgebiete schaffen wollen. Wir wollen eine Vorbildrolle einnehmen, indem wir unsere Flächen so naturnah wie möglich halten. Andererseits wollen wir vermittelnd tätig sein, wenn Einwohner ihre Gärten ebenfalls naturnah gestalten möchten, aber nicht wissen, wie.»

Hier setzt die Aktion «Natur findet Stadt» ein. Andrea Fuchs hat das Projekt zusammen mit Roger Isler, dem Leiter Umwelt und Energie der Gemeinde, aufgezogen. «Die naturnahe Bepflanzung der gemeindeeigenen Flächen ist nur eines unserer Standbeine», führt sie aus. «Im Zentrum stehen auch die kostenlosen Gartenberatungen durch den Natur- und Vogelschutz und Naturgärtner. Jeder Garten hat Potenzial, naturnäher zu werden.» Am Wohler Naturmarkt vor zwei Wochen wurde das Projekt lanciert. «Wir haben gehofft, dass sich drei, vier Leute melden, die sich für eine Beratung interessieren. Unterdessen sind es 15 Anmeldungen, damit hätten wie nie gerechnet», freut sie sich (siehe Artikel unten).

Die Leute, die sich für eine Beratung anmelden und anschliessend auch etwas in ihrem Garten verändern, erhalten von uns ein kleines Apérokörbchen, damit sie Freunde und Nachbarn einladen können, um ihnen von ihren Erfahrungen zu berichten.» Auch das gehört zum Projekt des Kantons. «Wir wünschen uns, dass sich die Idee von selbst weiterverbreitet», sagt Fuchs.

Was die Gemeinde angeht, sind nun erst einmal die Mitarbeiter des Werkhofs gefragt. Sie versuchen seit Jahren, wo immer möglich, naturnahe Rabatten und Bäume zu pflanzen. «Aber wir fällen nicht extra Bäume, nur weil sie nicht einheimisch sind, sondern kümmern uns darum, sie durch einheimische Sorten zu ersetzen, sobald sie einmal krank oder zu alt sind und sowieso ersetzt werden müssen», ist Werkhofmitarbeiter Florian Meier wichtig.

Naturfindetstadt

Mehr Infos zur Aktion und Anmeldung für kostenlose Gartenberatungen unter www.naturfindetstadt.ch. Öffentliche Führung durch die Gärten am 13. Juni, 19 Uhr, ab Bleichispielplatz.

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