Widen

Nagelbretter, Scherben und Feuer: Chindsgi und Primarschule schnuppern Zirkusluft

Der Junge in der Mitte hat noch Bedenken, seine Mitschüler helfen ihm.

Der Junge in der Mitte hat noch Bedenken, seine Mitschüler helfen ihm.

Während der Projektwoche üben Kindergartenkinder und Primarschüler echte Zirkusnummern ein. Das Ziel ist eine Vorstellung am Freitagnachmittag.

Die Manege des bunten Zirkuszelts mitten auf dem Schulhausplatz ist voll: Überall sitzen Kinder und Lehrer und folgen den Anweisungen eines Mitarbeiters vom Circus Balloni. Mehrheitlich sind es Übungen zum Einwärmen, die die Kinder absolvieren, bevor sie sich mit den Lehrpersonen in die Klassenzimmer der Primarschule Widen verteilen. Momentan findet eine Projektwoche statt, die unter dem Motto «Kinder machen Zirkus» steht. Das Ziel ist eine Vorstellung am Freitagnachmittag um 16.30 Uhr.

Es ist das erste Mal, dass die Primarschule eine Projektwoche zusammen mit einem Zirkus durchführt: «Es hat gerade ins Konzept gepasst und die Kinder freuen sich, Zirkusluft schnuppern zu können», sagt Schulleiter Johannes Thut. Seit Montag üben die Kinder fleissig mit den Lehrpersonen am Programm – jede Gruppe führt eigene Kunststücke auf. Das ist eine Herausforderung für Kinder und Lehrer. Kerstin Lenggenhager unterrichtet eine Gruppe Knaben aus der Primarschule und dem Kindergarten. Und ihre Aufgabe ist keineswegs ungefährlich.

Angst hat niemand

Nach dem Aufwärmen im Zirkuszelt holt sich Lehrerin Lenggenhager zwei grosse Kisten von den professionellen Artisten des Circus Balloni ab – darin sind Utensilien, die sie für die Proben benötigt: Kostüme, eine CD mit Musik und, das ist das Aussergewöhnliche, Nagelbretter und Scherben.

Bereitgestellt wurde das Material von Mitgliedern des Zirkus, die die Lehrer bei ihrer Aufgabe, mit den Kindern Kunsttücke einzustudieren, unterstützen. «Ich bin froh, dass sie da sind», sagt Lenggenhager, während sie die Kisten ins Klassenzimmer trägt. Dann beginnt die Übungsstunde: Die Kinder sitzen im Schneidersitz auf Yoga-Matten und erzählen, was sie zusammen mit der Lehrerin bereits einstudiert haben: «Gefährliche Sachen!», ruft Jonah.

«Wir stehen und laufen auf Nagelbrettern.» Alessio fügt an: «Man muss immer konzentriert sein, darf keinen Blödsinn machen. Sonst machts weh.» Auch zu den Scherben weiss Alessio Bescheid: «Ein ganzer Scherbenhaufen ist nicht so schlimm wie nur eine Scherbe.» Im Hinblick auf den Nachmittag informiert Lenggenhager: «Wir werden mit Feuer jonglieren und Feuer schlucken.» Ein Raunen geht durch das Klassenzimmer, Angst scheint aber niemand zu haben, im Gegenteil.

Kopfstand auf Scherben

Die Lektion startet mit Atemübungen, konzentrationsfördernd sollen sie wirken. Dann wird das Nagelbrett in der Mitte aufgestellt und die Schüler können sich, mit oder ohne Hilfe, daraufstellen. «Sagt erst Grüezi zum Brett», macht Lenggenhager die Kinder aufmerksam, die daraufhin das Brett erst mit den Händen anfassen.

«Auch wichtig ist, dass ihr immer mit dem flachen Fuss auftretet.» Jonah weiss bereits: «Mehrere Nägel machen nicht so fest weh wie ein einzelner. Der Druck verteilt sich nämlich.» Auch über Scherben laufen die Kinder, Alessio probiert sogar einen Kopfstand. «Die Frau von der Zeitung solls auch mal probieren!», ruft er lachend.

Meistgesehen

Artboard 1