Die Stromnetzkosten und Abgaben steigen. Trotzdem senkt die IBW Wohlen AG ab 1. Januar 2016 die Strompreise um durchschnittlich 2,3 Prozent und belässt die Erdgaspreise weiterhin auf dem günstigen Niveau.

Das teilte IBW-Direktor Peter Lehmann gestern den Medien mit. Der Strompreis sinkt für einen durchschnittlichen Privathaushalt mit fünf Zimmern mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden um immerhin 20 Franken und für einen Kleinbetrieb mit einem Verbrauch von 30 000 Kilowattstunden um 200 Franken im Jahr.

Auf Ökostrom wechseln?

Die Kunden profitieren nicht nur von den in Europa fallenden Strompreisen, sondern auch davon, dass die IBW die Energie gemeinsam mit Partnern der iStrom AG beschafft. Der tiefere Strompreis könnte für die Kunden ein Anreiz sein, auf ein von den IBW angebotenes Ökostrommodell zu wechseln, sagte Lehmann. Dieser brach auch eine Lanze für das ökologisch vorteilhafte Erdgas. Neue Technologien für die Gaserzeugung via Sonnenergie seien in Prüfung.

Zusätzlich bietet die IBW den Kunden die Möglichkeit, ihre Stromrechnung selber zu beeinflussen. So wird die bisher im Winterhalbjahr geltende Mittagssperre für Waschmaschinen, Tumbler und Geschirrspüler aufgehoben.

Die Kunden können ab 2016 Boiler, Wärmepumpen und Elektroheizungen selber steuern und ein anderes Stromprodukt wählen. Bei diesem wird der Strompreis auf der Basis einer monatlichen Leistungsspitze berechnet. Wer weniger Strom aus dem Netz bezieht, zahlt dafür weniger.

Die IBW will beim Preis auch Kunden entgegenkommen, die ihren Strom zum Beispiel mit Photovoltaikanlagen selber herstellen und ins Netz einspeisen. Damit möchte die IBW den Eigenverbrauch fördern. Die Devise lautet: Wer möglichst viel selbst produzierte Energie vor Ort verbraucht, belastet das Stromnetz weniger.

Photovoltaik im Vormarsch

Im ersten Halbjahr 2015 ist die IBW beim Stromgeschäft auf Budgetkurs und beim Gas- und Wasserabsatz sogar darüber. Die Photovoltaikanlagen sind weiter auf dem Vormarsch.

Neue Anlagen installiert die IBW laut Domenic Philipp, Geschäftsführer der IBW Energie AG, 2015 auf den Dächern der Sportanlage Niedermatten, des Casinos, des Gemeindehauses, des Bollhofes von Gemeinderat Ruedi Donat und der Firma Neeser AG.

So kommt die IBW ihrem Ziel schrittweise näher, bis 2020 einen Ökostromanteil von 20 Prozent zu erreichen. «Die Energiewende ist eine grosse Chance für einen lokalen Energieversorger wie die IBW», sagte Lehmann.