«Zeig uns deine Pfoten», blöken die Geissen. Als sie die weissen Pfoten sehen, sind sie beruhigt und überzeugt, dass ihre Mutter vor der Türe steht. Als sie sie öffnen und der Wolf in die gute Stube eindringt, ertönt lautes Geschrei, die Bühne wird dunkel, ein Geissli nach dem anderen gibt einen gequälten Laut von sich. Spielleiterin Sybille Egloff ist aber noch nicht ganz zufrieden: «Ihr müsst lauter sterben», sagt sie zu den Ziegen.

Es laufen die letzten Vorbereitungen des Jugendtheaters infiziert für die Aufführungen von diesem Wochenende. Diesen Samstag um 19.30 Uhr und Sonntag, um 10.30 Uhr werden die Kinder der Gruppe 8+ die Eigeninszenierung «Es war einmal...» aufführen. Darin vermischen sich viele Märchen zu einer neuen Geschichte. «Wir sind im März mit nichts gestartet und haben das Stück in elf Proben erarbeitet. Die Kinder haben viele eigene Ideen eingebracht», erzählt Egloff. So lernen die Nachwuchstalente früh, eigene Ideen zu entwickeln und müssen nicht nur Text auswendig lernen.

Impressionen von den Proben im Kellertheater Bremgarten.

Impressionen von den Proben im Kellertheater Bremgarten.

Jugendliche auf der Alp

Eine Woche später, am 18. und 19. Juni, gehört die Bühne dann der Gruppe 12+. In «Mountain Wilderness – eine verrückte Bergfahrt», darf das Publikum eine Clique beobachten, die sieben Tage lang auf einer Alp gefangen ist. Spielleiterin Anja Wegmann wollte zu Beginn eine szenische Collage mit dem Thema «Nacht» inszenieren. «Die Jugendlichen haben mich gefragt, ob das tatsächlich ein Stück wird. Da es nur sieben Jugendliche sind und ich hoffe, dass sie noch lange Theater spielen, habe ich mich angepasst», erzählt sie schmunzelnd. So durften die Jugendlichen selber Figuren erfinden und weiterentwickeln. Dazu wurde auch viel improvisiert.

Lena Meier und Rebecca Oester sind zum ersten Mal mit der Organisation betraut. «Die Organisation der Jugendtheater wurde neu aufgeteilt», erzählen die beiden. Seit 2015 wird neben den Gruppen 8+ und 12+ auch noch die «Junge Bühne» geführt, die aus den 16+ Kursen entstanden ist. Damit möchte man dem Umstand Rechnung tragen, dass es sich nicht um einen Kurs handelt, sonder um eine Produktion.