Bettwil
Nachbargemeinden sind auch Bettwiler: «Wir wollen dieses Juwel behalten»

Bettwil erhält in seinem Kampf gegen die Bundes-Asylunterkunft immer stärkere politische Unterstützung: An der Mahnwache vom Samstagabend richteten sich auch die Ammänner von Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf an die Bevölkerung.

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Umliegende Gemeinden solidarisieren sich mit Bettwil: An der Solidaritätskundgebung wird ein Schreiben des Sarmenstorfer Gemeinderates verlesen.
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Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft:
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Süsser Protest gegen die Pläne von Bund und Kanton.
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft:
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft:
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Gegner der Asylunterkunft verteilen Plakate
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Höhenfeuer auf dem Lindenberg
Bettwiler protestieren mit Höhenfeuer gegen Asylunterkunft
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Schon am frühen Morgen wird Holz für das Höhenfeuer herangefahren.
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Kaffee wärmt bei kalten Temperaturen
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt,
Friedlicher Protest gegen Bettwiler Asylunterkunft: Für das Höhenfeuer fahren die Bettwiler mit schweren Geräten auf.

Umliegende Gemeinden solidarisieren sich mit Bettwil: An der Solidaritätskundgebung wird ein Schreiben des Sarmenstorfer Gemeinderates verlesen.

Pascal Meier

In den vergangenen Tagen haben die Behörden der umliegenden Gemeinden bereits mehrmals ihren Unmut darüber geäussert, dass in Bettwil eine Asylunterkunft des Bundes entstehen soll. Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf hinterlegten unter anderem bei Regierungsrat und Grosser Rat eine Protestnote.

An der Solidaritätskundgebung vom Samstagabend traten nun die drei Gemeinden erneut auf und stellten sich klar hinter Bettwil. «Helfen Sie mit, dass hier oben kein Asylantenheim entsteht», appellierte der Meisterschwander Gemeindeammann Kurt Kaufmann an die rund 400 Sympathisanten. «Es kann einfach nicht sein, dass wir hier oben ein Asylantenheim für 140 Asylanten haben, darunter vor allem Wirtschaftsflüchtlinge.»

Diesem Appell schloss sich auch Marlène Campiche an, Frau Gemeindeammann der Nachbargemeinde Fahrwangen. «Es geht fünf Minuten und wir haben die ganze Problematik bei uns unten», sagte Campiche. Nicht eine mögliche Kriminalität mache ihr Angst, sondern Kulturunterschiede. «Die Leute sind erst ein paar Tage hier und kennen unsere Gepflogenheiten nicht.»

Campiche zitierte Regierungsrat Peter C. Beyeler, der einst die Region am Lindenberg als «Juwel» bezeichnet habe. «Dieses Juwel möchten wir behalten», stellte Campiche klar. «Deshalb unterstützen wir euch Bettwiler.»

Nicht an der Solidaritätskundgebung anwesend war der Sarmenstorfer Gemeindemman Roman Lindenmann. Er liess Bettwil jedoch im Namen des Gemeinderates eine Grussbotschaft zukommen, die verlesen wurde: «Eine massive Platzierung von Asylanten ohne ein ordentliches Verfahren ist rechtswidrig, Verhältnisblödsinn und stört das Zusammenleben einer ganzen Region», kritisiert der Gemeinderat Sarmenstorf.

Das Schreiben schliesst mit dem Aufruf, sich bei «den kommenden Grossratswahlen daran zu erinnern, wer Bettwil unterstützt hat und wer nicht». (sha/pi)