Bettwil

Nachbargemeinden sind auch Bettwiler: «Wir wollen dieses Juwel behalten»

Bettwil erhält in seinem Kampf gegen die Bundes-Asylunterkunft immer stärkere politische Unterstützung: An der Mahnwache vom Samstagabend richteten sich auch die Ammänner von Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf an die Bevölkerung.

In den vergangenen Tagen haben die Behörden der umliegenden Gemeinden bereits mehrmals ihren Unmut darüber geäussert, dass in Bettwil eine Asylunterkunft des Bundes entstehen soll. Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf hinterlegten unter anderem bei Regierungsrat und Grosser Rat eine Protestnote.

An der Solidaritätskundgebung vom Samstagabend traten nun die drei Gemeinden erneut auf und stellten sich klar hinter Bettwil. «Helfen Sie mit, dass hier oben kein Asylantenheim entsteht», appellierte der Meisterschwander Gemeindeammann Kurt Kaufmann an die rund 400 Sympathisanten. «Es kann einfach nicht sein, dass wir hier oben ein Asylantenheim für 140 Asylanten haben, darunter vor allem Wirtschaftsflüchtlinge.»

Solidarität mit Bettwil: Ansprache Gemeindeammann Kurt Kaufmann (Meisterschwanden)

Ansprache Gemeindeammann Kurt Kaufmann (Meisterschwanden)

Diesem Appell schloss sich auch Marlène Campiche an, Frau Gemeindeammann der Nachbargemeinde Fahrwangen. «Es geht fünf Minuten und wir haben die ganze Problematik bei uns unten», sagte Campiche. Nicht eine mögliche Kriminalität mache ihr Angst, sondern Kulturunterschiede. «Die Leute sind erst ein paar Tage hier und kennen unsere Gepflogenheiten nicht.»

Campiche zitierte Regierungsrat Peter C. Beyeler, der einst die Region am Lindenberg als «Juwel» bezeichnet habe. «Dieses Juwel möchten wir behalten», stellte Campiche klar. «Deshalb unterstützen wir euch Bettwiler.»

Solidarität mit Bettwil: Ansprache Gemeindeammann Marlène Campiche (Fahrwangen)

Ansprache Gemeindeammann Marlène Campiche (Fahrwangen)

Nicht an der Solidaritätskundgebung anwesend war der Sarmenstorfer Gemeindemman Roman Lindenmann. Er liess Bettwil jedoch im Namen des Gemeinderates eine Grussbotschaft zukommen, die verlesen wurde: «Eine massive Platzierung von Asylanten ohne ein ordentliches Verfahren ist rechtswidrig, Verhältnisblödsinn und stört das Zusammenleben einer ganzen Region», kritisiert der Gemeinderat Sarmenstorf.

Das Schreiben schliesst mit dem Aufruf, sich bei «den kommenden Grossratswahlen daran zu erinnern, wer Bettwil unterstützt hat und wer nicht». (sha/pi)

Solidarität mit Bettwil: Verlesenes Grusswort von Gemeindeammann Roman Lindenmann (Sarmenstorf)

Verlesenes Grusswort von Gemeindeammann Roman Lindenmann (Sarmenstorf)

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