Boswil
Nach zwei Tagen bereit für den Feuerwehreinsatz

Feuerwehr-Nachwuchs aus dem Bezirk Muri wurde in Boswil das Grundhandwerk vermittelt. 85 Teilnehmer liessen sich instruieren.

Lyne Schuppisser
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Eine Klassenlehrerin zeigt dem Feuerwehrnachwuchs, wie ein Hydrant richtig bedient werden muss.

Eine Klassenlehrerin zeigt dem Feuerwehrnachwuchs, wie ein Hydrant richtig bedient werden muss.

Toni Widmer

«Der Frauenanteil ist im Steigen begriffen. Von den 85 Kursteilnehmern sind 22 weiblichen Geschlechts», sagt Rene Berger. Der Feuerwehroffizier und Instruktor bei der Aargauischen Gebäudeversicherung leitet seit Freitag in Boswil einen Einführungskurs für neu eingeteilte Feuerwehrleute aus dem Bezirk Muri.

«Frauen», sagt Berger, «leisten zwar noch immer mehrheitlich Dienst beim Verkehrskorps oder der Sanität. Es ist aber ein klarer Trend zum Dienst an der Front festzustellen.» Er selber leistet schon seit 23 Jahren Feuerwehrdienst, ist Offizier bei der Stützpunktfeuerwehr Muri und Instruktor. In Boswil stehen ihm 12 Klassenlehrerinnen und -lehrer zur Seite.

Es sind Feuerwehroffiziere aus dem Bezirk, die einen speziellen Kurs als Klasseninstruktoren absolviert haben. Sie unterrichten nach einheitlichen Vorgaben mit dem Ziel, die neu eingeteilten Feuerwehrleute für den Einsatz in ihren Korps fit zu machen. «Das Kursprogramm und den zu vermittelnden Stoff haben wir in einem Vorkurs abgesprochen. Die Klassenlehrer führen die Kursteilnehmer – es sind in Boswil Leute zwischen 18 und 43 Jahren – Schritt für Schritt an ihre zukünftige Aufgabe heran», erklärt René Berger. Als Devise gelte: «Weniger ist mehr.»

Konkret bedeutet das nach dem neuen Ausbildungsreglement, dass sie zu bestmöglicher Selbstständigkeit erzogen werden. Das Basiswissen wird möglichst einsatzbezogen vermittelt, was bei den Klasseninstruktoren und später auch im Korps eine gute Kontrolle der einzelnen Abläufe erfordert. Im Halbkreis verfolgten am Freitagmorgen die schon vollständig ausgerüsteten Feuerwehr-Anfänger konzentriert die Ausführungen ihrer Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer. Diese erklärten ihnen das richtige Öffnen von Hydranten, die Handhabung des Schlauchmaterials und weitere wichtige Details aus dem Feuerwehrhandwerk.

Rettungsdienst, Brandbekämpfung, Einsatz-Theorie, Material-, und Gerätedienst – an Stoff mangelte es in den zwei Tagen nicht. Nach der abgeschlossenen Grundausbildung sind die Teilnehmer für den Einsatz im Brandfall gerüstet, ihr Wissen und Können werden sie in den regelmässigen Übungen mit ihrer Feuerwehr aber noch vertiefen müssen.

«In der Feuerwehr hat man nie ausgelernt», sagt René Berger, der an seiner freiwilligen Tätigkeit nicht nur den Dienst am Mitmenschen schätzt, sondern auch die gute Kameradschaft.»