Wohlen
Nach Wegzug der Kapo: Die Regionalpolizei soll in die Kantonspolizei integriert werden

In Zukunft soll die Kantonspolizei wieder mit einem Stützpunkt in Wohlen vertreten sein. Der Einwohnerrat Werner Dörig reicht eine entsprechende Motion ein.

Marc Ribolla
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Kommt es zu einem Zusammenschluss? Die bestehende Regionalpolizei Wohlen soll mit der Kantonspolizei zusammengeführt werden.

Kommt es zu einem Zusammenschluss? Die bestehende Regionalpolizei Wohlen soll mit der Kantonspolizei zusammengeführt werden.

Chris Iseli

Seit vergangenen Mai besitzt Wohlen keinen Stützpunkt der Kantonspolizei Aargau mehr. Damals zog die Kapo im Zuge der Neuorganisation 2020 nach Muri um, wo sich nun der einzige Freiämter Stützpunkt befindet. Diese Tatsache sorgte in den vergangenen Jahren für vier Anfragen von Wohlens Einwohnerrat Werner Dörig (FDP), der selber bei der Kantonspolizei arbeitet, an den Gemeinderat.

Zuletzt im November teilte der Gemeinderat Dörigs Ansichten, dass der Standortentscheid des Regierungsrats falsch gewesen sei. Allerdings sei der Gemeinderat nicht in der Lage, die Kapo mittelfristig nach Wohlen zurückzuführen.

Kapo müsse neben Muri zweiten Standort haben

Nun unternimmt Werner Dörig einen weiteren Versuch. Er reicht eine Motion ein, mit der der Gemeinderat beauftragt wird, dem Einwohnerrat einen Bericht und Antrag betreffend «Einkauf der lokalen Sicherheit mit Leistungsübernahme und der damit verbundenen Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit durch die Kantonspolizei» zu unterbreiten.

Das Ziel ist, dass in Zukunft die Kantonspolizei wieder mit einem Stützpunkt in Wohlen vertreten ist. Dörig schreibt in der Begründung für seinen Vorstoss: «Der Entscheid des Regierungsrates für Muri als Standort der Kantonspolizei Stützpunkt Freiamt und gegen die Gemeinde Wohlen wird der viertgrössten Gemeinde im Aargau nicht gerecht. Dabei stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob sich der Standort der Kantonspolizei in Muri oder in Wohlen befindet. Absicht ist, dass die Kantonspolizei neben dem Standort Muri neu einen zweiten Stützpunkt im Freiamt mit Standort Wohlen haben muss.»

Regionalpolizisten machen die gleiche Ausbildung

Mit welchem Rezept dies am besten vonstattengehen soll, ist für Dörig auch klar. Die bestehende Regionalpolizei Wohlen soll mit der Kantonspolizei zusammengeführt werden.

Dörig hält in seinem Vorstoss fest: «Heute sitzen die angehenden Regional- und Kantonspolizisten der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch in der gleichen Schulbank, erfahren die gleiche Ausbildung und legen schlussendlich die gleiche Berufsprüfung ab. Regional- oder Kantonspolizist zu sein, bedeutet, gleichwertig zu sein.

Es sei wichtig, dass die Polizei alle Anliegen aufnehmen könne

Die heute gelebte polizeiliche Differenzierung zwischen Kantons- und Regionalpolizei entspricht weder den Herausforderungen aktueller Tage noch sind sie trag- und zumutbar für die Grösse einer Gemeinde wie Wohlen. Die Gemeinde verfügt heute über eine bestens qualifizierte und professionell agierende Regionalpolizei und bietet so optimale Voraussetzungen für die Schaffung einer Einheitspolizei. Mit dem Einkauf der lokalen Sicherheit und Leistungsübernahme durch die Kapo werden Regionalpolizisten in das Kantonale Polizeikorps integriert.»

Für den Einwohnerrat ist von Wichtigkeit, dass die Polizei in Wohlen alle Anliegen aufnehmen könne und die Bevölkerung nicht aufgrund fehlender Zuständigkeiten darauf hingewiesen werden müsse, in Muri, Lenzburg oder anderswo vorzusprechen. «Ein Stützpunkt der Kantonspolizei in Wohlen als Erbringer aller polizeilicher Dienstleistungen und Ansprechpartner für die Bevölkerung sowie die polizeiliche Abarbeitung in Wohlen sei ebenso vorteilhaft wie zweckmässig und stehe einer Zentrumsgemeinde gut an, erklärt Werner Dörig weiter.