«Wir lesen, schreiben, basteln und malen mit Daniel», erzählt Tatjana Spomer. Die Mutter des 13-jährigen Daniel unterrichtet ihren Sohn seit gut zwei Monaten in den eigenen vier Wänden. Zu diesem Schritt haben sich die Eltern entschieden, nachdem sich ihr Sohn während des Unterrichts mehrmals schwer verletzte. Erst kurz vor dem Sommerferien hat er sich bei einem Schulausflug in die Badi die Füsse schwer verbrannt (wir berichteten).

Dieser Vorfall gab für die Spomers den Ausschlag: Sie wollten ihren Sohn aus dem System «öffentliche Schule» heraus nehmen, was ihnen im August gewährt wurde.

Mindestens drei Stunden pro Tag

Seither schläft und isst Daniel nicht nur zuhause, er besucht dort auch die Schule. Mutter Tatjana unterrichtet ihn wie vorgeschrieben mindestens drei Stunden pro Tag. «Es gibt einen Stundenplan», sagt die Künstlerin und Designerin.

Was ihr fehlt, ist allerdings eine heilpädagogische Ausbildung. Deshalb muss sie eine heilpädagogische Lehrperson finden, die sie bei gewissen Fragen berät. Auch sonst wisse sie nicht, in welche Richtung sie gehen müsse.

Auf der Suche nach Kontakten

Daniel hat derzeit keinen Kontakt zu anderen behinderten Kindern oder Jugendlichen. Zur Abhilfe stellt sich die Mutter etwas wie eine Behinderten-Disco oder Turnen vor. Bis jetzt habe sie aber noch keine Angebote gefunden. Auch Krankengymnastik und Ergotherapie seien Punkte, die sie noch angehen müsse. «Wenn das nicht passt, muss er vielleicht wieder in die Schule.»

Allgemein wünscht sich die frischgebackene Lehrerin noch mehr Unterstützung. Das erhofft sie sich auch vom nächsten Gespräch am 16. Oktober mit dem Zufiker Schuldirektor, der Schulleitung und dem Aargauer Schulinspektorat.

Nie mehr in die Schule

«Bis jetzt läuft alles gut», zieht Spomer ein Zwischenfazit. Unfälle im eigenen Haushalt hat es noch keine gegeben. Die Eltern denken jetzt schon an die Zukunft ihres behinderten Sohnes, der im November seinen 14. Geburtstag feiert. Er soll in der Integra, einer Stiftung für Behinderte in Wohlen, untergebracht werden. Das sei aber noch nicht sicher, betont die Mutter. Und ausserdem nehme die Stiftung, die unter anderem geschützte Arbeitsplätze anbietet, die Bewohner sowieso erst ab 15 Jahren auf.

Über etwas sind sich die Spomers einig: «Dass Daniel in die Schule geht, kommt für uns nicht in Frage. Er wird aber irgendwann erwachsen und vorsichtiger, was die Unfälle betrifft.»