Bezirksschule Muri

Nach Unfall im Chemieunterricht: Was bleibt, ist viel Russ im Klassenzimmer

Blick ins Chemie-Unfallzimmer

Blick ins Chemie-Unfallzimmer

Nach dem gestrigen Chemieunfall nimmt der Schulleiter der Bezirksschule Muri Stellung. Die Unfallursache ist noch unklar.

Der Betrieb an der Bezirksschule Muri konnte nach dem Unfall schnell wieder regulär aufgenommen werden. Der Chemielehrer übte ein Experiment aus, das er bereits dutzendfach durchgeführt hatte – doch diesmal ging es schief. Die Folgen sind glücklicherweise nicht gravierend.

Glück im Unglück beim Unfall am Donnerstag im Chemieunterricht an der Bezirksschule Muri: Sechs von sieben Schülerinnen und Schülern, welche über Atembeschwerden klagten, konnten das Spital Muri bereits am gleichen Abend verlassen, wie Schulleiter Hubi Anderhub ausführt. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler besuchten gestern wieder den Unterricht. Im Laufe des gestrigen Tages konnte auch der 62-jährige Chemielehrer das Spital verlassen; er erlitt Brandverletzungen an den Händen.

Während eines Experiments mit Magnesium war es zu einer Verpuffung und damit zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und werden die Situation genau untersuchen, um unsere Lehren daraus ziehen zu können.» Eine Verpuffung ist eine schlagartig auftretende Druckwelle, welche durch das Zünden einer explosionsfähigen Atmosphäre entsteht. Sie kann im Zuge einer unvollständigen Verbrennung durch eine mangelhafte Luftzufuhr entstehen.

Lehrer verletzt sich in Chemie-Stunde

Lehrer verletzt sich in Chemie-Stunde

An der Bezirksschule in Muri kam es zu einer Magnesium-Verpuffung. Der Lehrer verletzte sich, mehrere Schüler mussten zur Kontrolle ins Spital.

Krisenkonzept bewährte sich

Schulleiter Hubi Anderhub steht im Chemiezimmer, am Ort des Geschehens, erleichtert, dass nicht mehr geschehen ist. Es riecht verbrannt, am Boden liegt ein Feuerlöscher, viel Russ hat sich auf den Arbeitstisch gelegt. Hinter einer Glasabdeckung fand das Experiment statt, das der erfahrene Chemielehrer wahrscheinlich schon dutzendfach durchgeführt hat. Doch diesmal ging etwas schief. «Nach dem Unfall hat der Einsatz der Rettungskräfte hervorragend funktioniert», stellt Anderhub fest. «Es war beruhigend zu sehen, wie die Profis mit der Situation umgingen.» Die Schule habe ihr Krisenkonzept erst kürzlich überarbeitet. «Wir haben jetzt feststellen können, dass es im Ernstfall besteht.»

Bilder vom Blaulicht-Einsatz bei der Oberstufenschule Muri: 

Im Einsatz standen die Stützpunktfeuerwehr Muri, fünf Ambulanzen sowie die Kantons- und Regionalpolizei. «Auch die Evakuierung des Gebäudes nach dem Ereignis ging sehr gut und kontrolliert vonstatten.» Nach 16 Uhr konnte das Gebäude – vom Chemiezimmer abgesehen – wieder benutzt werden. Gestern wurde der Schulunterricht nach Plan abgehalten, nur der Chemieunterricht entfiel, weil das Zimmer zuerst gereinigt werden muss. Die Verpuffung hatte zwar keinen Brand ausgelöst, aber zu einer starken Rauchentwicklung und damit zu viel Russ im Chemiezimmer und teilweise im Korridor geführt.

An der Bezirksschule Muri werden in 12 Abteilungen (4 Abteilungen pro Jahrgang) über 250 Schülerinnen und Schüler am Standort Bachmatten unterrichtet, der mit der SeReal gleichzeitig das Oberstufenzentrum Bachmatten bildet. Die Bezirksschule hat am Standort ein eigenes Schulhaus.

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