Niederwil/Nesselnbach
Nach tödlichem Unfall: Gemeinderat macht ernst mit Tempo 60

Auf der Verbindungsstrasse zwischen Niederwil und Nesselnbach darf künftig noch 60 statt 80 km/h gefahren werden. Dies soll für mehr Sicherheit sorgen.

Fabio Vonarburg
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Auf der Strasse zwischen Niederwil und Nesselnbach gilt bald Tempo 60. To

Auf der Strasse zwischen Niederwil und Nesselnbach gilt bald Tempo 60. To

Toni Widmer

Auf dem Radweg fühlt man sich als Velofahrer in der Regel sicher. Man hat seine eigene Fahrbahn und ist von den Autofahrern zumindest durch einen schmalen Grünstreifen getrennt. Doch das Gefühl der Sicherheit kann trüben, wie im September 2016 der tödliche Verkehrsunfall einer 8-jährigen Radfahrerin schmerzlich vor Augen führte. Die Schülerin war auf dem Nachhauseweg von Niederwil nach Nesselnbach und fuhr dabei korrekt auf dem Radweg. Doch ein 22-jähriger Autofahrer kam von der Spur ab, geriet ins Schleudern und erfasste das Kind, das wenige Stunden später im Spital an ihren schweren Verletzungen starb.

Frühestens ab Anfang Juni

Der Gemeinderat von Niederwil bekräftige daraufhin, man wolle die Strasse so schnell wie möglich sicherer machen und setzt das Versprechen nun in die Tat um. Neu soll Tempo 60 auf der Verbindungsstrasse gelten, auf der die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit derzeit 80 Stundenkilometer beträgt. Die geplante Verkehrsbeschränkung wird am Freitag im Amtsblatt des Kanton Aargaus publiziert, allfällige Einsprachen können ab dem 8. Mai für 30 Tage bei der Gemeindeverwaltung Niederwil eingereicht werden. Somit werden die neuen Verkehrsschilder frühestens Anfang Juni aufgestellt.

«Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung findet die Temporeduktion richtig», sagt Walter Koch, Gemeindeammann von Niederwil. Ihn selber haben die durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen anfang Jahr endgültig überzeugt: «Als ich sah, wie viele auf dieser Strecke zu schnell fahren, wusste ich: eine Reduktion der Geschwindigkeit ist der richtige Entscheid.»

Keine neue Idee

Bereits vor vier Jahren stand eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit zur Debatte. Die Idee wurde damals aber nach Gesprächen mit dem Kanton wieder verworfen. Denn die Strasse ist zwar eng, aber für den Autofahrer sehr übersichtlich. Die getroffene Massnahme soll die Strasse für die Fahrradfahrer nun noch sicherer machen. Doch Walter Koch ist sich bewusst: «Es gibt keine Garantie, dass es nach dieser Massnahme keine Unfälle mehr gibt.»