Niederwil/Nesselnbach

Nach Tod der 8-jährigen Enja: Wie gefährlich ist dieser Schulweg?

Auf dieser Verbindungsstrasse zwischen Nesselnbach und Niederwil geschah der tragische Unfall. Ist der Fussgänger- und Veloweg entlang der Niederwilerstrasse als Schulweg geeignet?

Auf dieser Verbindungsstrasse zwischen Nesselnbach und Niederwil geschah der tragische Unfall. Ist der Fussgänger- und Veloweg entlang der Niederwilerstrasse als Schulweg geeignet?

Zwei Tage nach dem tragischen Unfall zwischen Nesselnbach und Niederwil sitzt der Schock über Enjas Tod tief. Und er wirft Fragen auf: Wie gefährlich ist der Schulweg entlang der Verbindungsstrasse? Und hätten mehr Sicherheitsmassnahmen das Leben der 8-jährigen Primarschülerin retten können?

«Ich habe schon immer befürchtet, dass hier eines Tages etwas passiert», erklärte ein Vater, der nach dem schrecklichen Tod der 8-jährigen Enja am Unfallort steht, gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Regelmässig beobachte er Autolenker, die auf der Strasse zwischen Nesselnbach und Niederwil mit hoher Geschwindigkeit unterwegs seien. 

Der junge Unfallfahrer ist aufgewühlt. Warum der tödliche Unfall genau passiert ist, weiss er nicht.

Der junge Unfallfahrer ist aufgewühlt. Warum der tödliche Unfall genau passiert ist, weiss er nicht.

Die Verbindungsstrasse zwischen den beiden Ortschaften wurde der Primarschülerin am Montag zum Verhängnis. Sie war auf dem Veloweg unterwegs nach Hause, als ein 22-jähriger Seat-Fahrer aus noch ungeklärten Gründen von der Strasse abkam und mit voller Wucht auf das Mädchen prallte. Enja wurde dabei so schwer verletzt, dass sie wenig später im Spital verstarb.  

Brutaler Unfall zwischen Niederwil und Nesselbach

Brutaler Unfall zwischen Niederwil und Nesselbach

Ein Autofahrer ist von der Strasse abgekommen und hat ein 8-jähriges Mädchen angefahren. Sie wurde mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht.

Übersichtlichkeit ist Fluch und Segen zugleich

Der tragische Unfalltod wirft die Frage nach der Sicherheit dieses Schulwegs auf. Wie gefährlich ist der Velo- und Fussgängerweg entlang der Tempo-80-Strecke für Schülerinnen und Schüler?

«Die Strecke ist uns nicht als Unfall- oder Raserschwerpunkt bekannt», erklärt Barbara Breitschmid, Mediensprecherin der Kantonspolizei Aargau, auf Anfrage der az. Trotzdem glaubt sie, dass die sehr übersichtliche Verbindungsstrasse manchen Autolenker dazu einlade, etwas stärker aufs Gaspedal zu treten. 

Und auch Christian Huber, Gemeindeschreiber von Niederwil findet, dass die Übersichtlichkeit der Strecke Fluch und Segen zugleich sei. «Es ist nicht das erste Mal, dass dort ein Auto von der Strasse abgekommen ist», erklärt er.

So habe es schon mehrfach Forderungen aus der Bevölkerung gegeben, die Geschwindigkeit auf der Strasse zu reduzieren oder die Befahrung nur Zubringern zu gestatten. Nach dem tragischen Unfall vom Montag würde das Thema im Niederwiler Gemeinderat in den kommenden Wochen wieder intensiv diskutiert, so Huber.

Kein alternativer Schulweg

Parallel zur Unfallstrecke verläuft der Schänisweg, eine schmale Strasse zwischen den beiden Gemeinden, deren Befahrung nur Anwohnern gestattet ist. Wäre dieser Schulweg nicht geeigneter für die Kinder aus Nesselnbach?

Nein, findet David Erne, Schulleiter der Primarschule Niederwil. «Die Strecke entlang des Schänisweg ist viel weniger übersichtlich», erklärt er und fügt an: «Der Veloweg an der Niederwilerstrasse wurde sauber gemacht und ist sicher. Es gibt in Niederwil – zum Beispiel an der Hauptstrasse – Verkehrspunkte, die ein viel grösseres Gefahrenpotential aufweisen.»

Der sichere Schulweg sei in Niederwil prinzipiell immer ein Thema. So sorgen nach den Sommer- und Herbstferien jeweils Lotsendienste während mehreren Wochen dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler im Strassenverkehr zurechtfinden, wie Erne erklärt.

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