Patrick Geissmann trat seine Stelle als neuer Stadtschreiber von Bremgarten am 1. Juli an. Letzte Woche hat er den Stadtrat informiert, dass er seine Stelle noch innerhalb der Probefrist künde, wie es in den Stadtratsnachrichten heisst. Diese dauert bis Ende September. «Er macht persönliche Gründe geltend», heisst es weiter.

Der Stadtrat sei überrascht und bedaure den Entschluss, respektiere aber diesen Wunsch. Der 35-Jährige war damals in einem strengen Selektionsverfahren und unter Einbezug eines externen Beraters ausgewählt worden. «Wir suchen fieberhaft nach einer Lösung», sagt Stadtammann Raymond Tellenbach.

Im Moment laufen Abklärungen über das weitere Vorgehen und die restliche Dauer der Anstellung. «Wir klären mit Herrn Geissmann ab, ob er noch etwas länger bleiben kann, damit keine Lücke entsteht.» Den früheren Stadtschreiber Rolf Küng beizuziehen, der 36 Jahre lang im Amt war, habe der Stadtrat zwar diskutiert, sich aber grundsätzlich dagegen entschieden, sagt Tellenbach.

«Das möchten wir wirklich nur im äussersten Notfall tun, schliesslich hat sich Rolf Küng auf seine Pension eingestellt und kandidiert als Friedensrichter, wir wollen ihm keinesfalls im Weg stehen.» Allerdings stehe Küng der Stadt für einige wichtige Geschäfte, so etwa bei der Trägerschaft Hallenbad, noch zur Verfügung.

Die Situation ist für das Reussstädtchen gelinde gesagt unerfreulich, denn nicht nur der Stadtschreiber wurde dieses Jahr neu gewählt. Auf den 1. September hat Maja Schelbert die Stelle als Stadtschreiber Stv. vom zurückgetretenen Michael Schär übernommen. So fehlt es momentan an Know-how.

In Bergdietikon, wo Patrick Geissmann zuvor als Gemeindeschreiber gearbeitet hat, ist es zu einer ähnlichen Situation gekommen: Dessen Nachfolger Manuel Bolt aus Villmergen hat die Stelle ebenfalls noch während der Probezeit wieder gekündigt.