Tägerig
Nach Nein zu Fussballplatz-Erweiterung: Über Bücher und Gräben zuschütten

Der Frust beim Fussballklub ist nach der Abstimmung gross, aber es gibt auch versöhnliche Signale bei den Gegnern: Nach der Abstimmung scheinen nicht alle Türen zugeschlagen.

Eddy Schambron
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Rund 190 Junioren spielen beim Fussballclub Tägerig mit.Archiv/az

Rund 190 Junioren spielen beim Fussballclub Tägerig mit.Archiv/az

Lukas Schumacher

André Zehnder, Präsident des FC Tägerig, macht kein Hehl daraus: «Ich bin tief frustriert.» Das Nein sowohl zur Erweiterung des Fussballclubs Tägerig (327 Nein, 284 Ja), zum Beitrag an den Sportverein Tägerig für einen Kunststoffbelag auf dem Hartplatz und ein Beach-Volleyballfeld (315 Nein, 295 Ja), zum Kredit von 65 000 Franken für die Erstellung der Duschanlagen in der Mehrzweckhalle (312 Nein, 299 Ja) und zum Kredit für die Erweiterung der Parkplätze der Schulanlage (346 Nein, 264 Ja) sei ein Affront gegen die sportlichen Vereine.

Die bei einer Stimmbeteiligung von stattlichen 66,3 Prozent hohen Ja-Stimmenzahlen mögen ihn nicht zu trösten: «Es ist wie im Sport: der Sieg zählt.» Dafür habe man sich auch schon geraume Zeit «mit sehr viel Herzblut» eingesetzt. Jetzt wisse man nicht, wie es weitergehe. Tatsache sei, dass «wir in Tägerig einfach einen miesen Platz haben.»

Hoher Anteil an Ja-Stimmen

Nicht frustriert ist der Tägliger Gemeindeammann Matthias Moser. «Der Souverän hat entschieden, das gilt es zu akzeptieren», sagt er, schiebt aber gleich nach, dass mit dem Entscheid die Tür nicht zugefallen ist. «Der hohe Anteil an Ja-Stimmen zeigt mir, dass der Handlungsbedarf grundsätzlich anerkannt ist.» Im Vorfeld zur Abstimmung seien (Steuerfuss-) Argumente ins Spiel gebracht worden, die Stimmberechtigte an die Urne gebracht hätten, die sich sonst eher nicht am politischen Geschehen beteiligen.

«Es sind auch von ehemaligen Gemeinderatsmitgliedern Parolen verbreitet worden, die der Sache nicht würdig waren.» Jetzt gelte es, nochmals über die Bücher zu gehen. «Die vielen Ja-Stimmen und die unbestrittenen Bedürfnisse des Fussballclubs und der Sportvereine verlangen, dass wir nochmals die Köpfe zusammenstecken.» Eine Zusammenarbeit mit Leuten aus dem Referendumskomitee sieht er allerdings «eher nicht».

«Gräben zuschütten»

Auch das Referendumskomitee mit Helena Zimmermann, Hans Lutz, Heinz Oppliger und Patrick Oldani will die Tür offenbar nicht zuschlagen, obwohl es in einer Mitteilung festhält, dass ein Ergebnis auf dem Tisch ist, «das nun allseits zu akzeptieren ist.» Es gelte nun, die in den vergangenen Wochen teilweise entstandenen Gräben zwischen Dorfbewohnern zuzuschütten und wieder gemeinsam in die Zukunft schauen. Das Komitee erachte es nun «als sinnvoll und geboten, die grundsätzlich berechtigten Anliegen nochmals zu überdenken».

Die bestehenden Projekte sollten überarbeitet und dazu auch Varianten ausgearbeitet werden. «Mitglieder des Referendumskomitees wären gern bereit, konstruktiv an solchen Vorschlägen mitzuarbeiten.» Insbesondere die finanziellen Auswirkungen der geprüften Varianten sollten transparent dargestellt werden und in einen mittelfristigen Finanzplan einfliessen, heisst es in der Stellungnahme weiter.

Dieser Finanzplan sollte so rechtzeitig vor der Einwohnergemeindeversammlung im November in der Gemeindekanzlei zur Einsicht aufliegen, sodass sich jeder Stimmberechtigte selbst ein Bild über die voraussichtliche Zukunft der Gemeindefinanzen machen kann.