In Sarmenstorf hat es in den vergangenen Monaten verschiedene Personalwechsel gegeben. Die jüngste Kündigung kommt von Gemeindeschreiberin Nicole Baumann. Sie ist erst seit Dezember im Amt und hat Josef Kuratle abgelöst, der als neuer Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung Villmergen und damit Nachfolger von Markus Meier eine neue Herausforderung angenommen hat.

Ist auf der Sarmenstorfer Verwaltung der Wurm drin? «Nein», sagt Gemeindeammann Bruno Winkler und tritt damit in der Gemeinde aufkommenden Gerüchten entgegen. «Die Zeiten haben sich geändert und auch auf den Gemeindeverwaltungen bleibt das Personal nicht mehr wie früher ein Leben lang. Wir haben in Sarmenstorf jetzt einfach das Pech, dass sich die Personalwechsel in kurzer Zeit gehäuft haben.» Das, sagt Winkler, liege aber nicht an einem schlechten Klima auf der Verwaltung. Die erfolgten Kündigungen seien praktisch ausnahmslos auf persönliche Neuorientierungen der betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen.

Erst Finanzer, dann Kanzler

Nach einer langen Phase der Kontinuität musste Sarmenstorf vor zwei Jahren einen neuen Leiter Finanzen suchen. Patrik Bleuer hatte nach acht Jahren in Sarmenstorf eine neue Herausforderung gesucht. Matthias Giger, sein Nachfolger hatte es nur zwei Jahre ausgehalten. Grund dafür war, dass der langjährige Aussendienstmitarbeiter den intensiven Kundenkontakt vermisste. Mit Brigitte Stacher, die am 1. Januar die Leitung Finanzen übernommen hat, ist der Gemeinderat überzeugt, eine gute Lösung gefunden zu haben. Kanzler Josef Kuratle war 15 Jahre in Sarmenstorf. Für ihn war der Wechsel nach Villmergen eine berufliche Aufstiegschance: «Ich kann absolut nachvollziehen, dass er diese gepackt hat», sagt Winkler.

Dass seine Nachfolgerin Nicole Baumann Ende Juli wieder geht, bedauert er sehr: «Sie hat sich rasch eingearbeitet, geht engagiert ans Werk und die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat hat bisher bestens geklappt. Ihren Entscheid müssen wir akzeptieren, auch wenn es uns schwerfällt.» Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger ist eingeleitet.

Belastung ist gestiegen

Wieder alle Stellen besetzt sind auf dem regionalen Steueramt, wo es in den vergangenen Monaten auch verschiedene Rochaden gegeben hat. Auch diese beruhten auf persönlichen Neuorientierungen der Mitarbeitenden und nicht auf Missstimmung in der Abteilung, hält Winkler ausdrücklich fest.

Trotzdem will der Gemeinderat die Situation auf der Verwaltung grundsätzlich analysieren: «Die Arbeit auf den Verwaltungen ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden und auch Anspruchshaltung der Bürgerinnen und Bürger ist gestiegen. Wir werden insbesondere überprüfen, ob angesichts der höheren Belastung die heutigen Pensen den heutigen Anforderungen noch genügen», sagt Bruno Winkler.