Rudolfstetten

Nach langem Knatsch: Die erste Barriere ist jetzt in Betrieb

Die neue Bahnschranken-Anlage im Zentrum Rudolfstettens.

Die neue Bahnschranken-Anlage im Zentrum Rudolfstettens.

Der Barrieren-Streit am Mutschellen bewegte jahrelang die Gemüter. Seit kurzem ist die Schranke im Zentrum Rudolfstettens nun installiert.

Die Zufiker/Bremgarter haben ihr Exemplar schon seit eineinhalb Jahren am Bahnübergang Bibenlos. Nun sind auch die Rudolfstetter damit ausgerüstet. Kürzlich hat die Aargau Verkehr AG die Barriere beim Übergang an der Friedlisbergstrasse im Zentrum Rudolfstettens installiert.

Damit geht ein weiteres Kapitel einer beinahe endlosen Saga zu Ende. Mehr als sieben Jahre sind verstrichen, seit erstmals darüber diskutiert wurde. Der sogenannte Barrieren-Streit am Mutschellen bewegte die lokalen Gemüter und auch die juristischen Instanzen bis vors Bundesgericht.

Auslöser war eine Verordnung des Bundesamt für Verkehr (BAV) im Eisenbahngesetz, die besagte, dass schweizweit bis Ende 2014 sämtliche Bahnübergänge mit Schranken gesichert sein müssen. Bei der damaligen Bremgarten-Dietikon-Bahn betraf es die beiden eingangs erwähnten Übergänge sowie die grosse Mutschellenkreuzung, die nur mit Lichtsignalen ausgestatten waren.

Verkehrssicherheit wichtiger als Staus

Weil das Verkehrsaufkommen bereits damals in den Stosszeiten zu längeren Staus führte, befürchtete man mit der Installation von Bahnschranken noch grössere Blechschlangen und längere Wartezeiten. Sowohl der Kanton Aargau als auch die Bahn und die betroffenen Gemeinden wehrten sich im März 2013 mit ersten Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht. Das Gericht wies diese ab und argumentierte, es sei wichtiger, Unfälle zu verhindern, als die Leistungsfähigkeit einer Verkehrskreuzung zu erhalten.

Zur Diskussion stand als Alternative später auch die Umstellung auf den Trambetrieb an den Bahnübergängen. Statt mit 45 km/h hätten die Züge mit 15 km/h passiert. Dies wiederum war für die BDWM kein Thema. Sie lancierte vorschriftsgemäss im Dezember 2013 die drei Barrieren-Projekte.

Mehrmals wurden daraufhin bis ins Jahr 2019 Einsprachen eingereicht und vom Bundesverwaltungs- oder Bundesgericht abgewiesen. Verdikt: Die Übergänge müssen mit Schranken versehen werden. Kanton und Mutschellen-Gemeinden gaben im vergangenen Mai endgültig auf und konzentrierten sich nun auf die Sanierung der Bahnübergänge. Zufikon seinerseits schon früher.

Vorkehrungen wurden schon vor Jahren getroffen

Bei der jetzt installierten Schranke in Rudolfstetten hatte die Gemeinde ebenfalls mit diesem Resultat gerechnet. Der Aufwand hielt sich nun in Grenzen. Ammann Josef Brem sagte im Februar 2018 in der AZ: «Bei der vor rund zwei Jahren abgeschlossenen Sanierung der Strasse sind vorsorglich die nötigen Vorkehrungen für die Bahnschranken getroffen worden. Die Leitungen sind verlegt und auch die Sockel betoniert. Die Strasse müsste somit nicht mehr aufgerissen werden.»

Als letzte der drei Barrieren wird nun die Anlage am Mutschellenknoten folgen. Diese dürfte laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung im Herbst/Winter 2020 erstellt werden. Dann sind schlimme Unfälle wie im Oktober 2018, als ein Lastwagen heftig mit der Bahn kollidierte, endgültig Geschichte.

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