Wohlen
Nach Kunstrasen-Nein will die FDP Kostenteiler der Sportanlage Niedermatten prüfen

Die FDP Wohlen regt an, den Schlüssel für dieFinanzierung von Projekten auf der Sportanlage Niedermatten zu überprüfen. Das als Konsequenz aus der Abstimmung zum Kunstrasen.

Toni Widmer
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Links der bestehenden Sportanlage Niedermatten wurde Land für neue Trainingsplätze eingezont.

Links der bestehenden Sportanlage Niedermatten wurde Land für neue Trainingsplätze eingezont.

Die FDP Wohlen denkt nach dem knappen Ausgang der Referendumsabstimmung zum Kunstrasen im Stadion Niedermatten weiter. Sie sieht einen der Gründe für die Ablehnung der Vorlage durch den Souverän im Vertragswerk zum Betrieb der Sportanlage Niedermatten. Dort sei zu wenig geregelt, wie Projekte finanziert würden, durch die Vereine wachsen möchten.

Die FDP, schreibt die Partei in einer Mitteilung, habe die Vorlage unterstützt und sei von der Ablehnung überrascht. Immerhin sei ein engagierter Abstimmungskampf zugunsten von Sport und Jugend geführt worden. Alle Parteien, bis auf die in dieser Frage gespaltene SVP und die EVP seien hinter dem Projekt gestanden. Einige wenige Vertreter der SVP hätten mit falschen Zahlen und Anschuldigungen gegen Gemeinderat und Verwaltung gegen das Projekt gekämpft.

Reglement stimmt nicht

Allerdings hat der Vorstand der FDP Wohlen auch eine Feststellung gemacht: «Wir interpretieren das nun vorliegende Abstimmungsergebnis so, dass die Grundhaltung der Mehrheit der Wähler eine andere war als die im Abstimmungskampf angeführten Argumente. Die FDP ist der Meinung, dass das Volk nicht bereit ist, Steuergelder für die mehrheitliche Finanzierung eines Wachstumsprojektes für einen prosperierenden Verein auszugeben.» Die Grundproblematik, hält der Vorstand der FDP fest, sei das zwischen Verein und Gemeinde vereinbarte Betriebsreglement.

Hier sei der Schlüssel für die Finanzierung von Projekten festgelegt. Im Vertragswerk wäre jedoch nicht geregelt, wer wie viel finanziere, wenn ein Verein wachsen möchte. «Hätte der FC Wohlen aufgrund seiner gesunden wirtschaftlichen Lage von Anfang an einen höheren Anteil Eigenfinanzierung vorgeschlagen, so gehen wir davon aus, dass die Vorlage klar angenommen worden wäre», hält die FDP fest. Auch der Tennisverein in Wohlen wachse derzeit und würde gerne eine Halle für den Winterbetrieb finanzieren. Er plane dies aber aus eigenen Mitteln.

Politik muss Problem lösen

Das Problem mit den Finanzierungsanteilen aus der öffentlichen Hand für Projekte wirtschaftlich leistungsfähiger, privater Vereine müsse nun durch die Politik gelöst werden. Ein Lösungsweg sei mit dem Sportpark Bünzmatt bereits vorgezeichnet. Dort sei eine private Betriebsgesellschaft für alle Belange verantwortlich. Die Gemeinde Wohlen sei zwar Mitaktionärin, die Vereine seien aber eigenständig und eigenverantwortlich.

Die FDP habe die Situation erkannt und werde eine Lösung ausarbeiten. Sie werde dem Einwohnerrat einen Vorschlag unterbreiten, damit prosperierende Vereine in Zukunft prioritär aus eigener Kraft und ohne Steuergelder wachsen würden, schreibt der Vorstand der FDP weiter.

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