Oberwil-Lieli

Nach Glarners Aufruf: Schon 350'000-Franken-Spende für Flüchtlinge

«Ich bin erschrocken.» Aber erst nach seinem Besuch im Flüchtlingscamp. Andreas Glarner in Griechenland.mario heller

«Ich bin erschrocken.» Aber erst nach seinem Besuch im Flüchtlingscamp. Andreas Glarner in Griechenland.mario heller

50'000 Franken wollten die Bewohner von Oberwil-Lieli auf Geheiss von Gemeindeammann Andreas Glarner an Flüchtlinge spenden. Nun, einen Monat später, sind bereits 350'000 Franken zusammengekommen.

Ende August sagte Andreas Glarner, Gemeindeammann von Oberwil-Lieli und SVP-Nationalrat, dass er der Gemeindeversammlung auch ein Projekt für Hilfe vor Ort in Syrien vorlegen möchte.

Die Rede war von einer einmaligen Geldspende von 50'000 Franken, die an schwizerchrüz.ch gehen sollte. Jene Organisation, bei der er Anfang Juli in Griechenland zwei Flüchtlingscamps besucht und anschliessend befunden hatte: «Die machen eine gute Sache.»

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An der Einwohnergemeindeversammlung von Freitag, 25. November 2016, wird über diesen Betrag befunden. In einer Umfrage bekundete bereits eine Mehrheit der az-Leser mit knapp 55 Prozent die Spende als «stolzen Betrag».

Wie der «Blick» nun schreibt, hat sich dieser «stolze Betrag» gar versiebenfacht, seit Glarner die grosszügige Geste aus Oberwil-Lieli verkündet hat. Ganze 350'000 Franken sollen die Bewohner nun insgesamt spenden, um Flüchtlingen in ihrer misslichen Lage zu helfen.

Dies liege vor allem an der grosszügigen Geste eines einzelnen Bürgers, welcher gar eine Viertelmillion Franken dazulegen wolle, sollte der Antrag an der Gemeindeversammlung vom Freitag durchkommen. Weitere Spenden von rund 50'000 Franken seien ebenfalls dazugekommen.

Die IG Solidarität, welche gegen Glarners harte Asylpolitik bisher heftigen Widerstand geleistet hatte, begrüsst das Engagement, wie Martin Uebelhart dem «Blick» sagte: «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Ammann.» (sme)

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