Auw

Nach Emmentaler-Ausschluss: Bei der Milchgold AG kommts zum Wechsel in der Chefetage

Der Käser verlässt das Freiämter Unternehmen. Seine Nachfolge ist schon in die Wege geleitet.

Der Käser verlässt das Freiämter Unternehmen. Seine Nachfolge ist schon in die Wege geleitet.

Diese Woche hatte eine ausserordentliche Delegiertenversammlung der «Emmentaler Switzerland» die Auwer Käserei aus dem Sortenverband geschmissen. Nun gibt es einen Wechsel der Geschäftsführung.

Der Geschäftsführer der Milchgold Käse AG wird nicht mehr lange Käse in Auw produzieren. «Seine Nachfolge ist aufgegleist», sagt Hugo Abt, Verwaltungsratspräsident der Freiämter Käserei AG, die Gebäude und Infrastruktur an Milchgold vermietet.

Dass er als Geschäftsführer aufhöre, habe der Käser selber entschieden, sagt Abt. «Der Verwaltungsrat hat ihm keinen Druck gemacht.»

Gründe, sich vom Käser zu trennen, hätte es genug gegeben. Er hat 1,1 Millionen Franken Subventionen zu Unrecht bezogen. Dies ergab ein Verwaltungsverfahren des Bundesamts für Landwirtschaft. Ausserdem ist er in mehrere laufende Verfahren verwickelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Betrug. Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland stellt Rückzahlungsforderungen in Millionenhöhe, weil sich der Käser jahrelang nicht an die Vorschriften im Pflichtenheft gehalten hatte.

Kündigung hätte die Bauern getroffen

Zig Tonnen Käse wurden als Emmentaler AOP verkauft, ohne dass sie die Bezeichnung verdient hätten. Die Milch war zum Zeitpunkt der Verarbeitung älter, als das Pflichtenheft vorschreibt. Dieser Verstoss war der Grund, dass die Delegierten der Sortenorganisation Milchgold am Dienstag aus dem Verein ausgeschlossen haben.

Angesprochen auf die Vorwürfe, die dem Käser gemacht werden, weicht Abt, der selber einmal Delegierter bei Emmentaler Switzerland war, aus. Er möchte «lieber nichts dazu sagen». Das sei ein laufendes Verfahren. Der bevorstehenden Trennung vom jetzigen Käser sehe er auch mit einem weinenden Auge entgegen.

Er wolle den Geschäftsführer nicht verteidigen, stellt Abt klar. «Aber man darf trotz allem nicht vergessen, dass er ein unglaubliches Fachwissen hat und Milchgold dank seinem Engagement zu einer der grössten Käsereien geworden ist.»

Trotz Fachwissen und Engagement stellt sich die Frage, warum die Freiämter Käserei AG den Mietvertrag nicht kündigte, nachdem sie Kenntnis von den massiven Vorwürfen gehabt hatte. «Das wäre verantwortungslos gewesen», sagt Abt.

Er liefert die Milch seiner Kühe seit Jahren an Milchgold. Wäre der Vertrag von einem Tag auf den anderen aufgelöst worden, hätte das vor allem die Bauern getroffen, sagt er. «Deshalb war uns ein kontrollierter Übergang von Anfang an wichtig.»

Auch im Verwaltungsrat gab es Wechsel

Was an der Milchgold-Spitze bevorsteht, ist im Verwaltungsrat der Freiämter Käserei AG bereits passiert: Hugo Abt ist erst seit Ende Mai Verwaltungsratspräsident. Er hat den Posten von Benedikt Felder übernommen. Felder war als Verwaltungsratspräsident schon länger umstritten. Laut «Bauern Zeitung» wollte man ihn an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Januar 2018 schon einmal absetzen.

Er wurde damals aber mit deutlichem Mehr bestätigt. Zu seinem Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat der Freiämter Käserei AG sagt Felder: «Nach neun Jahren war es an der Zeit, jemand anderem Platz zu machen.»

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