Muri

Nach einem Brief der Schulleitung: Konflikte auf dem Pausenplatz beigelegt

Jetzt ist die Situation auf dem Pausenplatz der Oberstufe Muri wieder entspannt. Bild: Eddy Schambron

Jetzt ist die Situation auf dem Pausenplatz der Oberstufe Muri wieder entspannt. Bild: Eddy Schambron

Schreiben der Schulleitung Muri zeigte Wirkung, sorgte aber bei einigen Eltern für Empörung.

Mit einem Brief an diverse Eltern hat die Schulleitung in Muri «Unsicherheit und Misstrauen geweckt», wie sie selber in einem Folgebrief einräumt. Was ist geschehen? Langjährige Konflikte aus der Primarzeit im Kreis einiger Schüler hätten die Sommerpause überdauert und sich «offensichtlich und in neuer Form» an der Oberstufe Muri manifestiert, hielten der Gesamtschulleiter und zwei Stufenleiter in einem Brief, adressiert an ausgewählte Eltern, Ende August fest.

Schüler würden Mitschüler einschüchtern, bedrohen, verbal und physisch attackieren. Betroffene hätten Angst, zur Schule zu kommen. Schüler, welche neu an die Oberstufe gekommen sind und nicht Teil dieser alten Konflikte waren, würden nun einbezogen. Ihnen werde gedroht, mit bestimmten Jungs keine Freundschaften einzugehen oder sie würden als neue Kollegen in den Fokus der Akteure geraten.

«Aus diesem Grund haben wir heute Ihren Sohn in einen Kreis von Schülern gerufen und über die Ausgangslage informiert.» In diesem Kreis hätten sich Knaben befunden, die sich im Umgang mit den Mitschülern «wenig vorteilhaft bis absolut inakzeptabel verhalten» hätten.

Brief aus der Schule empörte einige Eltern

An dieser Information sind, wie dem Schreiben der Schulleitung zu entnehmen ist, «klare Worte ausgesprochen» und eine «unmissverständliche Haltung verkündet» worden. «Ihr Sohn wird Ihnen die Details schildern können». Die Schule Muri bat die Eltern, das Gespräch mit dem Sohn zu suchen.

«Wir benötigen eine Verhaltensänderung der Schülergruppe und eine Unterstützung von Ihnen, damit wir keine für uneinsichtige Schüler weitreichende Massnahmen treffen müssen. Das Schreiben kam bei einigen Eltern ganz schlecht an, zumal offenbar nicht alle Kinder gleichermassen in die angesprochenen Situationen involviert waren.

In seinem Folgeschreiben Anfang Oktober bestätigt die Schulleitung jedenfalls bestimmten Eltern, «dass die Schule Ihrem Sohn keine konkreten, grobfehlbaren Handlungen nachweisen konnte». Es wird festgehalten, dass noch einmal das Gespräch mit den Knaben gesucht worden sei, auch dass verschiedene Eltern das Gespräch mit der Schulleitung aufgenommen hätten.

«Wir bedauern, dass die Formulierungen in unserem ersten Schreiben bei Ihnen Unsicherheit und Misstrauen geweckt haben. Wir können Ihnen aber berichten, dass sich die Situation aufgrund unseres Eingreifens massgeblich beruhigt hat und der Brief somit die gewünschte Wirkung erzielte.»

Schulleiter Hubi Anderhub bestätigt, dass die Situation auf dem Pausenplatz der Schulanlage Bachmatten aktuell entspannt und die Stimmung gut sei. «Schüler kommen der Schulleitung, den Stufenleitern und Lehrkräften offen entgegen». Den Kindern, die auf die im ersten Brief erwähnten Attacken vereinzelt gesundheitliche Auswirkungen erlebten, gehe es wieder gut.

Mehr will Anderhub aus Rücksicht auf den Persönlichkeitsschutz nicht sagen. Fragen, ob die Schulsozialarbeit vor dem Kontakt mit den Eltern zugezogen wurde, ob die Eltern vor dem Schreiben zuerst persönlich kontaktiert wurden oder danach, wie viele Kinder in diesen Konflikt involviert waren, bleiben unbeantwortet.

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