Jonen
Nach drei Monaten Pause: am Schulhaus Säntis wird wieder gebaut

Die Arbeiten am Schulhaus Säntis gehen weiter, doch der ursprüngliche Einzugstermin kann nicht eingehalten werden.

Dominic Kobelt
Merken
Drucken
Teilen
Die Aussicht vom Schulhaus Säntis auf den zukünftigen Pausenplatz.

Die Aussicht vom Schulhaus Säntis auf den zukünftigen Pausenplatz.

Dominic Kobelt

Drei Monate stand die Baustelle still. Seit gut einer Woche wird nun am Schulhaus «Säntis» weitergearbeitet, aber der ursprüngliche Einzugstermin nach den Winterferien kann nicht mehr eingehalten werden. Ob die Schülerinnen und Schüler nach den Frühlings- oder erst nach den Sommerferien ihre neuen Klassen- und Gruppenzimmer erkunden dürfen, hängt davon ab, wie kalt der Winter wird.

Ersatz für die alte Turnhalle

Das neue Primarschulhaus Säntis verfügt über sechs Klassenzimmer und sechs Gruppenräume, verteilt über zwei Stockwerke. Sie sind untereinander mit Schiebetüren verbunden, das bietet hohe Flexibilität. Die Räume können separat genutzt oder zu einer grösseren Lernlandschaft ausgebaut werden. Künftig könnten dank der wenigen tragenden Wände die Raumgrössen relativ leicht angepasst werden. Im Erdgeschoss kann der Mehrzweckraum für Gemeindeversammlungen, den Mittagstisch oder Generalversammlungen von Joner Vereinen genutzt werden. Er übernimmt damit die Funktion der alten Turnhalle, die abgerissen wurde. Der Raum kann mittels Vorhang in zwei Bereiche geteilt werden. Die Glasfront zum Pausenplatz hin kann geöffnet werden, so kann jedes Fest einfach von draussen nach drinnen verlegt werden.

Was ist geschehen? Die Metall- und Fassadenbaufirma Diralsa AG aus Neuenhof, die die Fenster liefern sollte, hatte Insolvenz angemeldet, kurz nach Montagebeginn. Der Joner Vizeammann und Baukommissionspräsident Jürg Rüttimann erinnert sich: «Wir waren total überrascht – es war eine sehr seriöse Firma. Uns stellte der Konkurs vor Probleme. Etwa 80 Prozent des Materials war noch bei der Diralsa AG an Lager und gehörte damit in die Konkursmasse.»

250 000 Franken Schaden

Die Gemeinde konnte die Fenster aber aus der Konkursmasse herauskaufen – dies ist in speziellen Fällen möglich. «Die Fensterelemente haben ja nur zu unserem Schulhaus gepasst, sie hätten sonst höchstens als Altmetall verkauft werden können. Deshalb konnten wir mit der Konkursbeamtin eine Lösung finden», erklärt Rüttimann. Die Fenster wurden damit zwar doppelt bezahlt, der Vizeammann konzentriert sich aber auf die positive Seite: «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und froh, dass die Unternehmer so flexibel sind. Durch den Unterbruch ist es zu grossen Terminverschiebungen gekommen – dass sich alle danach richten konnten, ist nicht selbstverständlich.»

Die Firma Surber Metallbau AG aus Dietikon konnte schliesslich den Auftrag zu Ende führen. Der finanzielle Verlust liegt noch im Rahmen des Budgets: Die Reserve für Unvorhergesehenes betrug 350 000 Franken, der Schaden etwa 250 000 Franken. Jetzt habe Priorität, dass die Stockwerke dicht werden, damit im Winter geheizt werden kann, erklärt Rüttimann. Das sei entscheidend für den Innenausbau, damit alles gut trocknen könne.

Trotz Verzögerung: Die Einweihung, die mit einem Jugendfest am 19. und 20. Mai begangen wird, findet wie geplant statt. Das Schulhaus wird von Anfang an voll besetzt sein. Einige Klassen bleiben aber noch im Rigi, wo es dank des Neubaus nun Platz für einen neuen Werkraum und ein Lehrervorbereitungszimmer hat.

8,5 Millionen kostet das neue Primarschulhaus Säntis. «Damit haben wir sicher genug Schulraum, wir haben auch Reserven eingeplant. Ich würde aber heute nicht mehr sagen, dass der Schulraum für alle Zeiten reicht», so Rütimann und blickt aus dem Rohbau auf das Schulhaus Pilatus hinunter, das vor zwanzig Jahren gebaut wurde. «Damals war mein Götti an meiner Stelle», sagt Rüttimann schmunzelnd. «Er dachte auch, es brauche nie mehr ein neues Schulhaus.»