Bremgarten

Nach den turbulenten Zeiten kehrte im Alterszentrum wieder Ruhe ein

Betreuung im Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten, das vor zehn Jahren letztmals in grösserem Stil renoviert worden war.

Betreuung im Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten, das vor zehn Jahren letztmals in grösserem Stil renoviert worden war.

Nach der Bewältigung von verschiedenen Schwierigkeiten kann das Alterszentrum wieder ruhigeren Zeiten und einer schönen Jubiläumsfeier entgegenblicken.

Die Geschichte des Altersheims Bremgarten begann vor 41 Jahren. Anno 1973 sagte eine Gemeindeversammlung in Bremgarten Ja zur Bildung einer «Kommission Altersheim». Den Ball ins Rollen hatte der damalige Grossrat und spätere Bremgarter Stadtammann Albert Seiler gebracht. Sowohl im Reussstädtchen als auch in den umliegenden Gemeinden stiess Seilers Idee, am Standort Bremgarten ein Altersheim für die Betagten der Region zu bauen, auf fruchtbaren Boden.

12 Projekte, zweijährige Bauzeit

Im Februar 1979 gründeten zehn Gemeinden den «Zweckverband Regionales Alters- und Pflegeheim Bremgarten-Mutschellen-Kelleramt.» Der Gründungsakt ebnete den Weg zum Landkauf an der Zugerstrasse in Bremgarten und zum Bauprojekt-Wettbewerb fürs künftige Altersheim.

Aus dem Projektwettbewerb mit 12 Vorschlägen ging das Architekturbüro Aeschbach, Kim, Felber aus Aarau als Sieger hervor. Im April 1982, nachdem der Bund und der Kanton Aargau Subventionsgelder im Umfang von total
42% zugesichert hatten, vollzog man den Bauauftakt in Form eines öffentlichen Spatenstichs.

Die Bauzeit dauerte knapp zwei Jahre. Am 9. März 1984 wurde das Altersheim mit damals 64 Zimmern feierlich eröffnet. Mehrere ursprünglich nicht vorgesehene Optimierungen hatten den Bau zünftig verteuert. So kostete das Altersheim letztlich 11 statt 8 Mio. Franken, was in einigen Verbandsgemeinden grösseren Unmut auslöste.

Der einstige Schwellentest

In den 30 Jahren seit der Eröffnung sind im Alterszentrum diverse Sanierungs- und Ausbauetappen ausgeführt worden. Nicht nur baulich, auch betrieblich hat sich im Alterszentrum sehr vieles verändert. Ursprünglich war das Zentrum ein Betagten- und Leichtpflegeheim mit wenigen Pflegefach- und Hilfskräften. Ältere Leute aus der Region, die einen mittleren oder höheren Pflegebedarf hatten, konnten nicht ins «Bärenmatt» zügeln. Nur wer den Schwellentest bestand, durfte einziehen. Dieser simple Test – ohne fremde Hilfe über die Schwelle des Alterszentrums laufen – ist längst abgeschafft.

Die heutigen Verantwortlichen des Alterszentrums bemühen sich, vermehrt Pflegebedürftige aufzunehmen und sie, anders als in den letzten Jahrzehnten, nicht mehr an den Reusspark Niederwil oder an die Pflegi Muri zu verweisen. Das Pflege- und Betreuungsangebot in den beiden Zentren Bremgarten und Widen soll weiter ausgebaut und auch stärker genutzt werden. Die Entwicklung der zwei Alterszentren zu eigentlichen Pflegezentren steht erst am Anfang. Aktuell benötigen zwei Drittel der 145 Bewohnerinnen und Bewohner in Bremgarten und Widen keine oder nur leichte Pflege.

Ruhe nach dem Sturm

Anfänglich prägten die zwei fürsorglichen Heimleiterpaare Karpf (Bremgarten) und Fontana (Widen) die Betriebsführung der Alterszentren. Die Jahre nach dem Weggang der beiden Leiterpaare verliefen rückblickend in durchaus geordneten Bahnen, obschon es mehrfach zu schwierigen Situationen und Spannungen kam. 2012 brach die grosse Krise aus. Führungsprobleme, Informationspannen, Meinungsverschiedenheiten der Zentrumsverantwortlichen und Kündigungen lösten eine nachhaltige Klimastörung und negative Schlagzeilen aus. Die heftigen Turbulenzen flauten im Juni 2013 mit der Einsetzung von Hans-Peter Eckstein als neuem Geschäftsführer ab. Dank Eckstein und seinem kleinen Leitungsteam – Brigitte Weibel (Pflege/Betreuung), Jrene Häuselmann (Hotellerie/Hauswirtschaft), Andreas Schweiger (Finanzen/Administration) – herrscht in den beiden Häusern wieder Ruhe.

Nicht wegzudiskutieren ist die grosse sozialpolitische Bedeutung des 30-jährigen Alterszentrums Bremgarten und des vor 19 Jahren eröffneten Alterszentrums Widen. Die beiden Zentren mit dem Gemeinverband als Träger sind Eckpfeiler der Alters- und Pflegebetreuung in der Region. Den elf Gemeinden des Verbands obliegt auch die Pflicht, Infrastrukturen fürs betreute Wohnen im Alter zu realisieren. Da besteht überall in der Region Nachholbedarf.

Alterszentrum Bärenmatt

Alterszentrum Bärenmatt

Tag der Begegnung

Ohne Pomp, schlicht und dennoch lebhaft soll der 30. Geburtstag des regionalen Alterszentrums Bärenmatt ausfallen. Die Verantwortlichen, die Mitarbeitenden und Bewohner des Alterszentrums bereiten einen «Tag der Begegnung» vor. So wird am Samstag, 20. September, ein Basar mit vielerlei käuflichen Produkten der Zentrumsbewohnerinnen betrieben. Daneben führen Lernende des Alterszentrums eine Saft-Bar. Im Verlauf des Nachmittags werden Spiel und Spass in und ums Zentrum geboten, die Musikgesellschaft Eggenwil wird aufspielen und der Kinderzirkus Arabas eine Vorführung geben.
Der 30-Jahr-Jubiläumstag beginnt am 20. September um 10 Uhr mit einem Ständchen der Musikgesellschaft Hermetschwil-Staffeln und Begrüssungsworten von Hans-Peter Eckstein, dem Geschäftsführer der beiden Alterszentren Bremgarten und Berikon, sowie von Roger Cébe, dem Präsidenten des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren. Ausserdem hält Grossrätin Theres Lepori eine Ansprache.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1