Die Kreisschule am Maiengrün (KSAM) startet nach den Differenzen im letzten Schuljahr mit einer neuen Leitung ins Schuljahr 13/14. Viola Walter, Dozentin an der PH Bern und seit fünf Jahren Beraterin für Schulen, tritt ein 60-Prozent-Pensum an und übernimmt die Aufgabe der Gesamt- und Bezirksschulleiterin Christina Michel. Wolfgang Kayser steht Walter als Stufenleiter der Sekundar- und Realschule zur Seite. Die beiden sind vorerst bis Ende Januar angestellt.

Kayser, Coach und Berater mit eigenem Unternehmen, ist Schulpflegepräsident an der Kreisschule Kelleramt, kennt also die Optik der strategischen Führung. An der KSAM unterrichtete er sechs Stunden pro Woche als Fachlehrer. Zusätzlich zum Posten als Stufenleiter übernimmt er neu die 1. Sek b als Klassenlehrer.

Per Zufall zwei Berater gefunden

«Die Suche nach geeigneten Schulleitern gestaltete sich schwierig. Wir mussten schon alle Register ziehen, um gute Leute zu finden», sagt Daniel Kleiner, Präsident der Kreisschulpflege. Er sei froh, dass innert kurzer Zeit zwei geeignete Personen zugesagt hätten. Dass nun gerade zwei Beratungsunternehmer die operative Leitung der Kreisschule übernehmen, sei nicht geplant gewesen. «Das hat sich so ergeben und wir sind zufrieden mit dieser Lösung», so Kleiner.

In den Zwist zwischen Schulleitung und Schulpflege, der zur Kündigung von Schulleiterin, Stufenleiterin und Sekretärin führte (siehe Box), war auch die Lehrerschaft involviert. Der grösste Teil des Kollegiums, «ein eingespieltes Team», das sich «sehr für die Schule engagiert» (Zitat Ex-Schulleiterin Michel), liess das alljährliche Examenessen aus Protest sausen.

Walter sieht sich selbst als Brücke

Neu-Stufenleiter Kayser war zu dieser Zeit Fachlehrer und erschien ebenfalls nicht zum Essen – jedoch nicht aus Protest, sondern weil er anderweitig beschäftigt war. «Die Loyalitätsfrage hat sich bei mir nicht gestellt. An besagtem Abend war ich aus terminlichen Gründen verhindert», so Kayser. Dennoch weiss er, dass es viele Anspruchsgruppen gibt. Kayser: «Es wird Auseinandersetzungen geben. Uns bietet sich hier in einer schwierigen Situation eine gute Chance.» Es gehe jetzt darum, Vertrauen zu schaffen und den operativen Betrieb sicherzustellen.

Die neue Schulleiterin sieht sich in einer Vermittler-Rolle. Walter: «Hier wollen alle das beste, das habe ich gespürt. Ich bin eine Brücke». Trotzdem wartet bereits eine unangenehme Aufgabe auf die neue Schulleiterin: Mitte Herbst muss sie verkünden, wie die Pensen im nächsten Schuljahr verteilt werden. Aufgrund der Reduktion auf drei Jahre Bezirksschule fallen rund ein Viertel der Stellenprozente weg.

Afrikanisches zur Begrüssung

Zusammen mit der Lehrerschaft begrüsste Schulleiterin Walter am 87 Erstklässler im Risi. Mit einem Lied auf Zulu, «Siyanibingelela», hiessen die Lehrkräfte ihre neuen Schützlinge willkommen. Insgesamt starten an der KSAM 370 Schüler ins neue Jahr.